Sean Penn: Oscars sind mir zu ungemütlich – ich bleibe lieber in Kyjiw
Sean Penn: Oscars sind mir zu ungemütlich

Hollywood-Star Sean Penn, 65, hat kein gutes Verhältnis zu großen Partys. Besonders nicht zu solchen, die von Selbstdarstellung geprägt sind. Aus diesem Grund blieb der Schauspieler der diesjährigen Oscarverleihung fern, wie er im Gespräch mit CNN-Moderatorin Kaitlan Collins beim Tribeca-Filmfestival in New York verriet. Ein Mitschnitt des Talks existiert nicht. Mehrere Medien wie der „Rolling Stone“ und „Variety“ berichten jedoch übereinstimmend über den Inhalt des Gesprächs.

Entscheidung für Kyjiw statt Hollywood

Penn habe die Entscheidung, die Gala zu schwänzen, bereits lange vor der Verleihung getroffen. Stattdessen verbrachte er den Abend in der Ukraine, wo er sich mit Präsident Wolodymyr Selenskyj traf. Laut den Medienberichten verlieh ihm Kyjiw dafür eine Alternativtrophäe, die aus dem Metall eines kriegsbeschädigten Zugs gefertigt wurde. Der Schauspieler gilt als einer der entschiedensten Unterstützer der Ukraine in Hollywood.

Dritter Oscar für Sean Penn

Penn hatte im März den Oscar als bester Nebendarsteller für seine Rolle des Obersts Steven „Lockjaw“ in Paul Thomas Andersons „One Battle After Another“ erhalten. Es ist sein dritter Oscar, nachdem er zuvor mit seinen Auftritten in „Mystic River“ 2004 und „Milk“ ausgezeichnet wurde. Bühnen ist Penn also gewohnt, doch Preisverleihungen lösen bei ihm soziales Unbehagen aus, erklärte der Schauspieler. Er gehe „nirgendwo hin, um mit einer festgelegten Gruppe von mehr als acht Personen zusammen zu sein.“ Das begründete er so: „Wenn du zwei Stunden für deinen Abend einplanst, bleiben dir 15 Minuten pro Person.“

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Abneigung gegen Smalltalk und Selfies

Auch Smalltalk und Selfies mag Penn nicht. Lieber habe er die Verleihung im Fernsehen gesehen, als er in Kyjiw war – und sie dieses Jahr erstmals „wirklich genießen“ können, wird er zitiert. Rückblickend sprach Penn von großer Dankbarkeit für seine Zusammenarbeit mit Anderson und dem Team von „One Battle After Another“. Er habe seine Kolleginnen und Kollegen vorab informiert, dass er den Oscars fernbleiben würde. „Alle haben es verstanden. Sie kennen mich und wussten, das sei besser für meine mentale Gesundheit“, so Penn.

Hintergrund: Oscars in Kriegszeiten

Während in der Ukraine Krieg herrschte, feierte Hollywood die diesjährige Oscarverleihung. Viele kritisierten, dass die Gala die Trump-Realität ignorierte. US-Korrespondent Marc Pitzke kommentierte: „Hollywood, das sich so gern als Symbol Amerikas und Gewissen der Welt aufspielt, versagte.“ Lesen Sie hier mehr zur Preisverleihung.

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