Theaterkritik: Kanzler reißt alles nieder in „Gesang des Pottwals“
Kanzler reißt alles nieder in „Gesang des Pottwals“

Premierenkritik: Wenn der Kanzler alles abreißen will

Berlin. Von Till Lindemann bis Anna Netrebko: Heiner Bomhard stellt einen herrlich lustigen Abend auf die Freilichtbühne des Deutschen Theaters. Von Felix Müller, Leitender Redakteur

01.06.2026, 09:08 Uhr

Die Oper kommt am Ende doch zustande: Jonas Kaufmann (Heiner Bomhard, l.) und Anna Netrebko (Florian Köhler). © Thomas Aurin

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Es ist ein Abend voller Überraschungen, den Heiner Bomhard dem Publikum beschert. Der Regisseur hat sich für seine Inszenierung von „Der Gesang des Pottwals“ einiges einfallen lassen. Die Handlung dreht sich um einen Kanzler, der alles niederreißen will – eine satirische Anspielung auf die aktuelle Politik. Doch die Geschichte nimmt eine unerwartete Wendung, als die Opernstars Till Lindemann und Anna Netrebko die Bühne betreten.

Ein Feuerwerk der Komik

Bomhard gelingt es, die Zuschauer mit einem Mix aus Slapstick und Sprachwitz zu begeistern. Die Darsteller agieren mit vollem Einsatz, insbesondere Florian Köhler in der Rolle der Anna Netrebko sorgt für Lacher. Die Freilichtbühne des Deutschen Theaters bietet dabei die perfekte Kulisse für dieses Spektakel.

Die Inszenierung lebt von ihren Kontrasten: Während der Kanzler in seiner Zerstörungswut fast schon tragisch wirkt, bringen die musikalischen Einlagen von Lindemann und Netrebko eine Leichtigkeit in das Stück. Die Opernarien werden mit modernen Elementen kombiniert, was dem Ganzen einen frischen, unkonventionellen Charakter verleiht.

Ein gelungener Abend

Das Publikum quittierte die Premiere mit tosendem Applaus. Die Kritiker zeigen sich ebenfalls begeistert: „Bomhard beweist einmal mehr sein Gespür für unterhaltsames Theater“, schreibt die Berliner Zeitung. Auch die schauspielerischen Leistungen werden gelobt, insbesondere die Wandlungsfähigkeit von Heiner Bomhard selbst, der in die Rolle des Jonas Kaufmann schlüpft.

Für alle, die einen humorvollen und zugleich tiefgründigen Theaterabend erleben möchten, ist „Der Gesang des Pottwals“ eine absolute Empfehlung. Die Aufführungen laufen noch bis Ende Juni auf der Freilichtbühne des Deutschen Theaters.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration