Künstler verbuddeln Hitler-Büste unter Giftpflanze in Berliner Zitadelle
Hitler-Büste unter Giftpflanze in Zitadelle

Berlins toxische Denkmäler: Künstler verbuddeln Hitler-Büste unter Giftpflanze

Was tun mit problematischen Denkmälern? Ausstellen, zerstören, wegschließen? Das Künstlerduo Simone Zaugg und Pfelder präsentiert noch eine ganz andere Idee. In der Zitadelle Spandau haben sie eine Hitler-Büste unter einer Giftpflanze vergraben. Die Aktion ist Teil einer Ausstellung, die sich mit dem Umgang mit toxischen Kulturgütern beschäftigt.

Ein ständiger Strom von Funden

Immer wieder melden sich Menschen mit Funden: kleine Hitler-Büsten aus Privathaushalten oder ein Karl-Marx-Kopf aus dem Keller der Humboldt-Universität. Diese toxischen Kulturgüter landen oft bei Museumsleiterin Urte Evert in der Zitadelle Spandau. Sie steht vor der Frage, wie mit solchen Objekten umzugehen ist. Soll man sie ausstellen, zerstören oder einfach wegschließen? Das Künstlerduo Zaugg und Pfelder hat nun eine weitere Option vorgeschlagen: das Vergraben unter einer Giftpflanze.

Symbolische Handlung mit Tiefgang

Die Idee ist nicht nur provokativ, sondern auch symbolisch aufgeladen. Die Giftpflanze steht für die Gefahr, die von solchen Denkmälern ausgeht. Indem die Künstler die Büste unter der Pflanze vergruben, schufen sie ein Mahnmal, das die Vergangenheit nicht vergessen lässt, aber gleichzeitig eine klare Distanzierung signalisiert. Die Ausstellung in der Zitadelle zeigt verschiedene Ansätze, wie mit belasteten Objekten umgegangen werden kann.

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Ein Diskurs über den richtigen Umgang

Die Aktion hat eine breite Diskussion ausgelöst. Viele Besucher fragen sich, ob das Vergraben nicht einer Verdrängung gleichkommt. Andere sehen darin eine kreative Lösung, die die Problematik sichtbar macht, ohne die Objekte zu glorifizieren. Museumsleiterin Evert betont, dass es keinen einfachen Weg gebe. Jedes Objekt müsse einzeln betrachtet werden. Die Ausstellung lädt dazu ein, sich mit der eigenen Haltung zu konfrontieren.

Ein Blick in die Zukunft

Die Künstler hoffen, dass ihre Aktion dazu beiträgt, den Umgang mit toxischen Denkmälern neu zu denken. Vielleicht werden in Zukunft weitere Objekte auf ähnliche Weise behandelt. Die Zitadelle Spandau bleibt ein Ort der Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte. Die Ausstellung ist noch bis zum Ende des Jahres zu sehen. Sie zeigt, dass Kunst nicht nur schön sein muss, sondern auch unbequeme Fragen stellen kann.

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