Etwas wirr und orientierungslos fühlte man sich selbst, als die Deutschlandpremiere von „Dante“ von Gunilla Heilborn am Donnerstagabend im T-Werk zu Ende war. Mit jeder Menge künstlichem Nebel, zahllosen absurden Song- und Geschichtenanfängen hat die Schwedin, die jetzt zum fünften Mal bei den Potsdamer Tanztagen zu Gast war, nicht nur ihre drei Protagonisten, sondern auch das Publikum sehr unterhaltsam und wie schon so oft skurril buchstäblich im Kreis laufen lassen.
Ein Stück über die Vorhölle
Im Mittelpunkt von Heilborns neuestem Werk stehen Menschen in einer Vorhölle – einem Zustand des Wartens und der Ungewissheit. Die Choreografin, bekannt für ihren unkonventionellen Stil, verbindet Tanz, Theater und absurden Humor zu einer vielschichtigen Performance. Die drei Darsteller bewegen sich durch nebelige Räume, beginnen immer wieder neue Lieder und Geschichten, die jedoch nie zu Ende geführt werden. Dies spiegelt die Orientierungslosigkeit wider, die viele Menschen in der heutigen Welt empfinden.
Fünfter Besuch bei den Tanztagen
Gunilla Heilborn ist bereits zum fünften Mal bei den Potsdamer Tanztagen zu Gast. Ihre früheren Arbeiten begeisterten das Publikum stets durch ihre Mischung aus Tiefgang und Leichtigkeit. Auch „Dante“ enttäuscht nicht: Es ist ein Stück, das zum Nachdenken anregt, ohne dabei die Unterhaltung zu vernachlässigen. Die Zuschauer werden in eine Welt voller skurriler Ideen und poetischer Momente entführt.
Künstlicher Nebel und absurde Anfänge
Die Inszenierung ist geprägt von dichtem künstlichem Nebel, der die Bühne in eine geheimnisvolle Atmosphäre taucht. Immer wieder beginnen die Darsteller neue Songs oder Geschichten, die jedoch abrupt abbrechen. Dieses Stilmittel erzeugt eine gewisse Verwirrung, die jedoch bewusst eingesetzt wird, um die Thematik der Vorhölle zu unterstreichen. Das Publikum wird so Teil des Stücks und erlebt die Suche nach Orientierung hautnah mit.
Fazit
Gunilla Heilborns „Dante“ ist eine gelungene Deutschlandpremiere, die zeigt, dass die Potsdamer Tanztage auch in diesem Jahr wieder ein Highlight im Kulturkalender sind. Wer skurrile und tiefgründige Performances schätzt, sollte sich dieses Stück nicht entgehen lassen.



