Gudrun Landgrebe beendet Filmkarriere: Keine Rollen mehr
Gudrun Landgrebe: Abschied von der Filmkarriere

Eine Große des deutschen Films hört auf: Gudrun Landgrebe will keine Rollen mehr. Mit dem Kinofilm „Die flambierte Frau“ (1983) gelang der damals 33-Jährige der große Durchbruch. Als unglücklich verheiratete Eva, die ihrem bürgerlichen Leben den Rücken kehrt und als „Carmen“ ein selbstbestimmtes Leben beginnt, wurde sie zum Star des deutschen Films.

Abschied von der Leinwand

Sie ist eine der schönsten Frauen des deutschen Films, begeisterte Millionen Zuschauer in Klassikern wie „Die flambierte Frau“, „Heimat“ und „Rossini“. Über Jahrzehnte gehörte Gudrun Landgrebe (75) zu den großen Stars des deutschen Kinos. Jetzt zieht die Schauspielerin einen endgültigen Schlussstrich und beendet ihre Filmkarriere. BILD traf Gudrun Landgrebe exklusiv bei ihrem langjährigen Freund, dem Drehbuchautor Rolf-René Schneider. Er hatte zu einem bewegenden Gedenkabend für den verstorbenen Schauspiel-Giganten Mario Adorf (†95) eingeladen. Die Gelegenheit für ein seltenes Gespräch mit einer Frau, die über Jahrzehnte zu den größten Stars des deutschen Films gehörte.

Im Kultfilm „Rossini“ (1997) spielte Landgrebe eine exzentrische Münchner Gesellschaftsdame an der Seite von Heiner Lauterbach und Jan Josef Liefers. Die Satire von Regie-Legende Helmut Dietl gilt bis heute als einer der beliebtesten deutschen Filme der 1990er-Jahre.

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Warum sie sich rar machte

Warum man sie in den vergangenen Jahren so selten gesehen hat? Die Schauspielerin lächelt und widerspricht freundlich: „Ich habe mich nicht rar gemacht. Ich habe aufgehört. Es ist alles gut so und es ist alles in Ordnung. Ich beschäftige mich mit anderen Dingen.“ Tatsächlich wirkt es, als habe Landgrebe ihren Frieden mit dem Filmgeschäft gefunden. Auf die Frage, ob es noch eine Rolle gäbe, für die sie noch einmal vor die Kamera zurückkehren würde, denkt sie einen Moment nach. Dann sagt sie den Satz, der den Schlussstrich unter eine große Karriere zieht: „Ich habe abgeschlossen, damit soll es gut sein.“

Mit dieser Rolle wurde sie über Nacht zum Star

Während viele Kollegen bis ins hohe Alter auf neue Rollen hoffen, hat Gudrun Landgrebe ihren Frieden mit der Schauspielerei gefunden. Keine Wehmut, keine Bitterkeit – stattdessen Dankbarkeit. „Ich habe sehr viel Freude mit meinem Beruf gehabt. Es war meine große Leidenschaft.“ Der große Durchbruch gelang ihr 1983 mit Robert van Ackerns Film „Die flambierte Frau“. Als Eva, die aus den Zwängen ihres bisherigen Lebens ausbricht, wurde Landgrebe schlagartig bekannt. Der Film wurde sogar als deutscher Oscar-Beitrag eingereicht.

Diese Rolle veränderte ihr Leben: Mit „Die flambierte Frau“ wurde Gudrun Landgrebe Anfang der 1980er-Jahre zum gefeierten Star des deutschen und europäischen Kinos.

Sie schrieb deutsche Filmgeschichte

Es folgte eine Karriere, von der viele Schauspielerinnen nur träumen können. In Edgar Reitz' Jahrhundertwerk „Heimat – Eine deutsche Chronik“ spielte sie die unvergessene Klärchen und wurde Teil einer der bedeutendsten deutschen Fernsehproduktionen aller Zeiten. Sie arbeitete mit Regisseuren wie István Szabó (88, „Oberst Redl“), stand neben Klaus Maria Brandauer (82) vor der Kamera und spielte in Filmen wie „Die Katze“ und später in Helmut Dietls Kultfilm „Rossini“.

Zuletzt spielte Landgrebe im Film „Die drei ??? – Erbe des Drachen“ die Rolle der Gräfin Codrina. Das war 2023.

Kein Filmstress mehr: Darauf kommt es ihr heute an

Irgendwann sei der Moment gekommen, loszulassen. „Man muss zum richtigen Zeitpunkt aufhören.“ Landgrebe wird in diesem Monat 76 Jahre alt. Ihr Leben spielt sich heute fernab von Filmsets, Premieren und roten Teppichen ab. Statt Dreharbeiten stehen Freunde, Kultur und Sport auf dem Programm. „Ich unternehme sehr viel, besuche Freunde, mache Sport, gehe andauernd in Konzerte, ins Ballett und ins Kino.“ Eines fehlt ihr überhaupt nicht: „Das berufliche Reisen vermisse ich nicht.“ Trotz des Abschieds vom Film wirkt Landgrebe zufrieden. Sie zu BILD: „Ich mache mir gute Gedanken.“

Ein seltenes Archivfoto aus dem Jahr 1992 zeigt Gudrun Landgrebe (damals 42) mit ihrem späteren Ehemann, dem Arzt Dr. Ulrich von Nathusius (damals 53). Die beiden lernten sich Anfang der 1980er-Jahre kennen und gingen jahrzehntelang gemeinsam durchs Leben.

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Das traurige Geheimnis

Warum Gudrun Landgrebe heute so zurückgezogen lebt, wird später schließlich auch deutlich. Die Schauspielerin trauert um ihren Ehemann Dr. Ulrich von Nathusius (†86). Er starb am 14. März nach schwerer Krankheit. Als BILD sie darauf anspricht, bleibt Landgrebe höflich, aber bestimmt: „Ja. Ich möchte aber das Gespräch nicht dahingehend vertiefen.“ Kennengelernt hatte sich das Paar Anfang der 1980er-Jahre während der Dreharbeiten zu Edgar Reitz’ Kultserie „Heimat“ im Hunsrück. Von Nathusius stammte aus der Region, aus einer Begegnung wurde Liebe. 2001 heirateten die beiden. In diesem Jahr hätten Gudrun Landgrebe und ihr Mann Silberhochzeit gefeiert. Umso bewegender wirken heute ihre Worte über das Älterwerden, das Loslassen und die wichtigen Dinge im Leben.