Das Globe Theater in Berlin-Charlottenburg steht vor einem dramatischen letzten Akt vor dem geplanten Start der neuen Open-Air-Saison im Juli 2025. Seit 2019 spielt die Bühne an der Sömmeringstraße vor allem Werke von William Shakespeare auf einer Freiluftbühne, deren Holzteile zu einem geplanten Neubau gehören. Dieser soll dem historischen Londoner Globe Theater ähneln, ist aber aufgrund von Verzögerungen bisher nur als Simulation zu sehen.
Streit um Pachtvertrag beigelegt
Im Jahr 2025 stand die Charlottenburg-Wilmersdorfer Kultur- und Sportstadträtin Heike Schmitt-Schmelz (SPD) kurz davor, dem Theater die ehemalige Lagerfläche des Sportamts zu entziehen. Der Konflikt zwischen ihr und Theatergründer Christian Leonard eskalierte zunächst. Später übernahmen andere Vertreter der Bühne die Verhandlungen. Laut Marketingchef Marco Rosenwasser wurden alle finanziellen Forderungen beglichen. Der Bezirk verlängerte eine Räumungsfrist, verlangt für einen dauerhaften Pachtvertrag jedoch einen tragfähigen Businessplan.
Konstruktive Gespräche
Eine Sprecherin des Theaters erklärte: „Die Gespräche sind konstruktiv und wir hoffen, sie gemeinsam noch rechtzeitig zu einem Abschluss zu bringen.“ Auch beim Bauprojekt sei „Land in Sicht“. Die achte Spielzeit im Freien soll vom 4. Juli bis zum 5. September 2025 stattfinden. Geplant sind ein „Wiedersehen mit vielen bekannten Globe-Produktionen“, dem KantTheaterBerlin und der Musikband The Swingin’ Hermlins. Als Neuproduktion steht Shakespeares „Was Ihr wollt“ auf dem Spielplan. Der Vorverkauf soll bald starten.
Hintergrund: Historischer Nachbau
Christian Leonard hatte in Schwäbisch Hall zum symbolischen Preis von 1 Euro einen ausgedienten Nachbau mit rund 690 Plätzen erworben und zerlegt nach Berlin bringen lassen. Die Bühne in Charlottenburg ist seit 2019 in Betrieb. Zuvor war die Theater-Webseite wochenlang unerreichbar, inzwischen funktioniert sie wieder – wenn auch bisher nur mit dem Präfix „www“. Eine Sprecherin erklärte, die Unterbrechung sei auf einen Hacker-Angriff zurückzuführen und habe nichts mit der ungewissen Zukunft der Bühne zu tun.



