Debatte um Nacktszene: Filmakademie plant Austausch mit Wenders
Filmakademie plant Austausch zu Wenders Nacktszene

Die Deutsche Filmakademie hat auf die Entscheidung von Regisseur Wim Wenders reagiert, seinen Film „Falsche Bewegung“ aufgrund einer kontroversen Nacktszene vorerst nicht mehr zu zeigen. In einer Stellungnahme kündigte die Akademie einen offenen Austausch zu den aufgeworfenen Fragen an.

Geplante Veranstaltung im September

Das Präsidenten-Duo Vicky Krieps und Florian Gallenberger teilte der Deutschen Presse-Agentur mit: „Die von Wim Wenders aufgeworfene Frage, ob Filme und andere Kunstwerke nachträglich verändert werden sollten, müssten oder dürften, hat nicht nur öffentlich, sondern auch innerhalb der Deutschen Filmakademie intensive Debatten ausgelöst.“ Die Fragestellung berühre juristische, ethische, künstlerische und kulturwissenschaftliche Dimensionen gleichermaßen. Die Akademie wolle sich diesen Fragen gemeinsam, offen und differenziert widmen. „Die notwendige inhaltliche Vorbereitung auf einen fundierten Austausch erfordert Zeit und Sorgfalt, deshalb planen wir im September eine Veranstaltung dazu.“

Wenders zieht Film zurück

Hintergrund ist der Streit um eine Nacktszene in „Falsche Bewegung“ aus dem Jahr 1975 mit der damals 13-jährigen Schauspielerin Nastassja Kinski. Wenders hatte angekündigt, den Film vorerst nicht mehr zu zeigen. Die Wim Wenders Stiftung teilte mit, der Film werde aus allen aktuellen Auswertungsformen zurückgezogen. Streaming-, TV- und Vertriebspartner seien angewiesen, den Film nicht mehr öffentlich zugänglich zu machen.

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In der Mitteilung entschuldigte sich Wenders bei Kinski. Er betonte, es sei nötig, dass die Gesellschaft angemessene Umgangsweisen für strittige Filmwerke des 20. Jahrhunderts finde und sich neuen Lernprozessen und Perspektiven stelle. Dazu werde man einen „breiten Austausch“ suchen – unter anderem mit der Deutschen Filmakademie. Schauspielerin Kinski bittet Wenders eigenen Angaben zufolge seit Jahren, die Szene zu entfernen.

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