Eine Treueprobe birgt Gefahren. Das erfahren die Protagonisten in Giovanni Battista Bononcinis 1702 entstandener Oper „Cefalo e Procride“ ebenso wie die Figuren in Mozarts „Così fan tutte“. Nur dass hier kein weiser, älterer Mann den Anstoß gibt, sondern die vor Eifersucht rasende Göttin Aurora, die das Paar entzweien und den einstigen Geliebten Cefalo für sich zurückgewinnen will.
Schlichte und poetische Inszenierung
Regisseur Michiel Dijkema inszeniert die wiederentdeckte Barockoper bei den Musikfestspielen Potsdam Sanssouci so schlicht wie poetisch. Die Produktion erweist sich als ein Glücksfall für die Festspiele, wie die Kritik einhellig betont. Die Handlung dreht sich um die Liebe zwischen Cefalo und Procride, die durch Auroras Intrigen auf eine harte Probe gestellt wird.
Historischer Kontext und Musik
Bononcinis Oper, die 1702 uraufgeführt wurde, geriet lange in Vergessenheit, bevor sie nun in Potsdam wieder aufgeführt wird. Die Musik zeichnet sich durch ihre emotionale Tiefe und barocke Pracht aus. Dijkemas Inszenierung setzt auf klare Linien und konzentriert sich auf die psychologischen Nuancen der Figuren.
Rezeption und Bedeutung
Die Inszenierung wird als großer Erfolg für die Musikfestspiele Potsdam Sanssouci gewertet. Sie zeigt, dass wiederentdeckte Barockopern auch heute noch das Publikum begeistern können. Die schlichte, aber eindringliche Regiearbeit von Dijkema trägt maßgeblich dazu bei, die zeitlose Thematik von Eifersucht und Vertrauensverlust in der Liebe erfahrbar zu machen.



