Am längsten Tag des Jahres wurde ganz Berlin zur Tanzfläche. Trotz eines heftigen Unwetters am Vormittag herrschte bei der Fête de la Musique ausgelassene Stimmung. Über 1000 Konzerte waren über die ganze Stadt verteilt, von Elektro über Jazz bis Indie-Pop war alles dabei.
Unwetter behinderte Aufbau und Besucherzahl
Am Mittag fegte ein heftiges Gewitter über Berlin. Bäume stürzten auf Gleise, es kam zu Ausfällen bei U- und S-Bahn. Gegen 12.30 Uhr gab der Deutsche Wetterdienst Entwarnung. Allerdings waren einige Bühnen beschädigt. Bei der Hansabilothek am Hansaplatz wehten Windböen mehrere Stände davon. „Diese sind durch die Gegend geflogen“, sagte ein Feuerwehrsprecher dem Tagesspiegel. Zudem gab es diverse wetterbedingte Einsätze bei der Fête, Details nannte er nicht.
Das Unwetter hielt viele Menschen zunächst fern. In anderen Jahren war es am Nachmittag bereits deutlich wuseliger. Dennoch fanden sich im Laufe des Tages tausende Besucher in der Stadt ein.
Erste Klänge: Latin Folk im Clärchens Ballhaus
Um 15:35 Uhr spielte Jpoline Zordick im Clärchens Ballhaus seichten Latin Folk. Sie gab offen zu, nervös zu sein und sich vielleicht zu verspielen. Für diese Ehrlichkeit spendete das Publikum Applaus.
Cake and Rave: Dr. Motte und DJs am Savignyplatz
Bereits am Nachmittag versammelten sich schätzungsweise 70 Menschen im Spitz+Pfau in Charlottenburg zum „Cake and Rave“. Dr. Motte und DAZA legten auf. Die Menge von jung bis alt genoss die elektronische Musik. Dr. Motte verschönerte zudem einen Telekom-Verteilerkasten mit goldenem Klebeband und legte am frühen Abend auf.
Jacky-Oh Weinhaus, bereits zum dritten Mal Gastgeberin, sagte: „Der Regen hat bisher gut getan und uns etwas abgekühlt, die Stimmung ist super.“ Ellen Dosch-Roeingh, Veranstalterin von „Rave the Planet“, ergänzte: „Durch das Wetter haben wir nicht nur so Schön-Wetter-Raver am Start.“ Dadurch sei nur der harte Kern da.
Besucher trotzen dem Wetter
Marry war mit ihrer Freundin, ihrem Hund und ihrer Tochter vor Ort. Sie sagte: „Ich bin heute vor allem wegen der Ikone Dr. Motte hier. Die Stimmung ist gut, die Becher sind voll, was will man mehr?“ Sie blieb wahrscheinlich noch, wechselte aber wegen des Kinderwagens nicht oft die Location.
Ausblick: Weitere Höhepunkte am Abend
Am Zeiss-Großplanetarium sollte unter anderem Ex-„No Angel“ Nadja Benaissa auftreten. Die Fête de la Musique zeigte einmal mehr die musikalische Breite Berlins – von elektronischen Klängen bis zu Chormusik.



