Der ehemalige Lindenstraße-Darsteller Georg Uecker hat sich nach schweren gesundheitlichen Herausforderungen zurückgemeldet. Der 63-Jährige lebt seit 1993 mit dem HI-Virus und überlebte eine Krebserkrankung. Nun wird er mit dem Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet.
Gesundheitlicher Werdegang
Georg Uecker, der von 1993 bis 2020 in der Kultserie Lindenstraße den Dr. Carsten Flöter spielte, erhielt vor über drei Jahrzehnten die Diagnosen HIV und Morbus Hodgkin – ein bösartiger Tumor im Lymphsystem – fast gleichzeitig. Damals dachte er, er müsse sterben. Doch er kämpfte sich zurück: Den Krebs besiegte er, und mit HIV lebt er bis heute. Im Jahr 2016 machte er seine HIV-Infektion öffentlich, nachdem jahrelang über seinen Gesundheitszustand spekuliert worden war.
Aktuelles Befinden und Lebensfreude
In einem Interview mit der Bild-Zeitung erklärte Uecker, dass es ihm heute sehr gut gehe. Er bezeichnete sich selbst als zähes Luder. Erst kürzlich habe er einen Urlaub in Mexiko genossen. Das Ende der Lindenstraße vor sechs Jahren habe ihn nicht aus der Bahn geworfen. Nach einer kleinen Pause sei er nun mit einer Theater- und Lesetour unterwegs, die auf seiner Autobiografie Ich mach dann mal weiter basiert.
Auszeichnung mit dem Verdienstorden
Ministerpräsident Hendrik Wüst verleiht am 2. Juni den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen in der Düsseldorfer Staatskanzlei. Unter den 15 Geehrten befinden sich neben Uecker auch Lindenstraße-Schöpfer Hans W. Geißendörfer und Schauspieler Ralph Morgenstern. Uecker wird für sein jahrelanges Engagement für die queere Community gewürdigt – insbesondere für den ersten gleichgeschlechtlichen Kuss im deutschen Vorabendprogramm, den er mit seinem Kollegen Martin Armknecht in der Lindenstraße zeigte.
Uecker zeigte sich überrascht und geehrt: Er habe nie einen Orden gewollt, sondern gesellschaftliche Veränderung. Diese sei erreicht worden, müsse aber verteidigt werden. Die Auszeichnung sei dafür prima. Er werde den Orden persönlich entgegennehmen, allein aus Respekt.



