Jäger beseitigen 300-Meter-Zaun im Wald: Frühjahrsputz gegen illegale Müllentsorgung
Jäger beseitigen 300-Meter-Zaun im Wald: Frühjahrsputz-Aktion

Jäger leisten aktiven Naturschutz durch Beseitigung von Zaun und Müll

Im Rahmen einer groß angelegten Frühjahrsputz-Aktion haben die Jäger des Hegerings Renzow bei Badow im Nordwesten Mecklenburg-Vorpommerns einen mehr als 300 Meter langen Wildschutzzaun komplett entfernt. Der einst zum Schutz junger Buchen vor Wildverbiss errichtete Zaun war mittlerweile überflüssig geworden und stellte sogar eine Gefahr für Wildtiere dar, die sich darin verfangen konnten.

Gefahrenquelle im Wald beseitigt

Mit Trecker, Ketten, Motorsäge und Handschuhen rückten die engagierten Jäger an, um den alten Zaun Stück für Stück zu demontieren. Hegeringsleiter Wolfram Kleps betonte dabei die Notwendigkeit solcher Aktionen: „Es sollte ja das Interesse von jedem sein, dass die Natur sauber ist – doch uns fällt immer wieder auf, wie viel Energie aufgewendet wird, um den Unrat nicht ordnungsgemäß zu entsorgen.“

Während der Zaunbeseitigung entdeckten die Jäger abseits der Wege zusätzlich einen Sack voller Plastikplanen, die illegal im Wald entsorgt worden waren. Dies ist kein Einzelfall, wie Kleps aus eigener Erfahrung weiß: „Es wurden auch schon Weihnachtsbäume in Plastiktüten gesteckt und in den Wald geworfen. Einmal habe ich 27 weggeworfene Autoreifen im Wald gefunden.“

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Jährliche Säuberungsaktionen notwendig

Die Jäger führen jedes Jahr solche Reinigungsaktionen durch, um die Natur von Unrat zu befreien. Dabei sammeln sie regelmäßig:

  • Flaschen und Glasbehälter
  • Zigarettenschachteln und Verpackungen
  • Fast-Food-Tüten und Einwegverpackungen
  • Plastiktüten und Folien
  • Sogar größere Gegenstände wie Autoreifen

„Auch an Stellen, an denen wir den Wald schon zehn Mal durchquert haben, entdecken wir immer wieder neue Sachen, die aus der Erde herauswachsen – Flaschen und Plastiktüten etwa, die dann wieder zum Vorschein kommen“, erklärt der langjährige Jäger. Der unverrottbare Unrat verbleibt sonst für unzählige Jahre in der Natur.

Illegale Müllentsorgung in Mecklenburg-Vorpommern

Das Problem der illegalen Müllentsorgung ist in Mecklenburg-Vorpommern von erheblichem Ausmaß. Wie aus Informationen des Umweltministeriums hervorgeht, wurden im vergangenen Jahr rund 8300 Tonnen illegalen Mülls erfasst. Diese Menge entspricht etwa dem Gewicht von 200 voll beladenen Lastkraftwagen.

Die illegale Entsorgung von Abfällen in der Landschaft, im Wald oder an Straßenrändern verursacht erhebliche Kosten:

  1. Die Kommunen in Mecklenburg-Vorpommern müssen jährlich Tausende von Euros für die Entfernung aufwenden
  2. Im vergangenen Jahr beliefen sich diese Kosten bei den Landkreisen und kreisfreien Städten auf insgesamt rund 300.000 Euro
  3. Für die illegale Müllentsorgung wurden knapp 300 Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet

Rechtliche Konsequenzen und Gemeinschaftsaktion

Illegale Müllentsorgung kann mit einem Bußgeld von bis zu 100.000 Euro geahndet werden. Bei größeren Mengen oder gefährlichen Abfällen kann die unerlaubte Entsorgung sogar strafbar sein und eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren nach sich ziehen.

Parallel zur Aktion der Jäger im Wald waren auch in den Ortsteilen der Gemeinde Schildetal zahlreiche Einwohner unterwegs, um ihre Heimatorte zu säubern. Viele helfende Hände sammelten, räumten und reinigten, um die Gemeinden wieder ein Stück schöner zu machen.

Die Jäger des Hegerings Renzow zeigen mit ihrer regelmäßigen Säuberungsaktion, dass aktiver Naturschutz vor der eigenen Haustür beginnt. Durch ihr Engagement tragen sie nicht nur zur Reinhaltung der Wälder bei, sondern setzen auch ein wichtiges Zeichen gegen die zunehmende Vermüllung der Naturlandschaften in Mecklenburg-Vorpommern.

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