Kunst und Naturschutz vereint: Ferienkinder schützen uralte Eiche
In den Osterferien haben 26 Kinder und Jugendliche im KulturiUM Warthe nicht nur kreativ gearbeitet, sondern auch praktischen Naturschutz geleistet. Das Kunstferienlager des Kunstvereins Templin stand unter dem Motto „Bunte Naturwerkstatt“ und bot neben künstlerischen Aktivitäten ein besonderes Highlight: den Bau eines Schutzzauns um eine der ältesten Eichen Brandenburgs.
Tradition mit über 30-jähriger Geschichte
Seit mehr als drei Jahrzehnten verbindet der Kunstverein Templin in seinen Ferienlagern künstlerische Beschäftigung mit dem Engagement in der Natur. In Abstimmung mit dem Förderverein Feldberg-Uckermärkische Seenlandschaft gehen die Teilnehmer regelmäßig in den Naturpark, um praktisch tätig zu werden. Vereinsvorsitzender Michael Heber betonte am Karfreitag: „Das diesjährige Osterferienlager haben wir unter das Motto ‚Bunte Naturwerkstatt‘ gestellt.“
Die Kinder begaben sich auf Spurensuche nach den Farben des Frühlings und ließen diese in kleine Kunstwerke einfließen. Das Programm umfasste das Bemalen von Glasgefäßen, das Basteln von Zauberbüchern und den Bau von Hausmodellen aus Pappkarton unter Anleitung eines Architekten. Ein 16-köpfiges Betreuerteam mit verschiedenen Qualifikationen sorgte für eine große Vielfalt an Angeboten.
Schutz für ein Naturdenkmal
Die 13-jährige Thais fasste die Stimmung zusammen: „Das Coolste aber ist dieses Mal das Zaunbauen um die alte Eiche.“ Die Stieleiche bei Warthe ist ein beeindruckendes Naturdenkmal mit einem Brusthöhenumfang von über 6,50 Metern, einem Kronendurchmesser von 22 Metern und einer Höhe von 16 Metern. Ihr Alter wird auf 300 bis 500 Jahre geschätzt.
Flora Grellmann, die gemeinsam mit Laura Centino das Osterferienlager leitete, erklärte: „Allerdings befindet sich die Eiche schon im Absterben.“ In der langen Zerfallsphase wirft der Baum dicke Äste ab. „Damit kein Besucher zu Schaden kommt, bauen wir nun einen Schutzzaun um die Eiche.“ Das Holz dafür stellte der Landschaftspflegeverein bereit.
Vielfältiges Ferienprogramm
Neben der Arbeit an der Eiche unternahmen die Feriengäste aus Templin, der Uckermark, dem Berliner Raum und Sachsen-Anhalt einen Templin-Tag. Sie besuchten die Templiner Puppenbühne und das Stadtmuseum, wo sie etwas über uralte und moderne Osterbräuche erfuhren und sich an sorbischen Techniken zum Bemalen von Ostereiern versuchten.
Pauline Harndt vom Vereinsvorstand reserviert ihre Wochenenden für die Kunstferienlager-Gemeinschaft, die sie als ihre „zweite Familie“ bezeichnet, und verwöhnt die Kinder mit selbstgebackenem Kuchen.
Klimawandel im Naturpark
Flora Grellmann, Studentin der Klimawissenschaften, die seit 2010 an den Kunstferienlagern teilnimmt, beobachtet seit 16 Jahren Klimafolgen im Naturpark: mehr vertrocknete Bäume und auf der Wiese etwas weniger Arten. „Wer so viel am Computer sitzt, braucht einen Ausgleich an der frischen Luft“, sagt sie. Die Ferienlager bieten ihr diesen Ausgleich.
In den Sommermonaten helfen die Ferienkinder regelmäßig dem Ökoinsel Warthe e.V. bei der Mahd der Sommerwiese rund um die alte Eiche. Viele Touristen kommen auf dem Radweg „Spur der Steine“ an dem Baum vorbei und nutzen die Gelegenheit, sich im Schatten des mächtigen Naturdenkmals auszuruhen.



