Wolfsgefahr bei Osterspaziergängen: Experte warnt vor Übergriffen
Die brutale Wolfsattacke in Hamburg-Altona hat bei vielen Menschen Ängste geweckt. Am vergangenen Montag griff ein Jungwolf gegen 19 Uhr eine 65-jährige Frau an und biss ihr ins Gesicht. Die Verletzte musste umgehend ins Krankenhaus gebracht werden. Der Wolf konnte nach kurzer Flucht von Polizei und einem Stadtjäger mit einer Tierschlinge gefangen werden und befindet sich nun in einem Wildpark.
„Der Wolf beißt auch an Ostern zu“
Heiko Hornung, Chefredakteur des Jagdmagazins „Wild & Hund“, warnt eindringlich: „Der Wolf beißt auch an Ostern zu!“ Der renommierte Jagd- und Wolfsexperte erklärt gegenüber Medien: „Wenn der Mensch dem Wolf zu nahe kommt, wird das Tier aggressiv und beißt zu. Das kann jederzeit passieren – auch an Ostern und auf dem Osterspaziergang im Stadtwald oder an der Alsterpromenade.“
Deutschland wird zum Wolfsland
Hornung führt die zunehmenden Wolfsattacken auf die steigende Wolfsdichte in Deutschland zurück. Laut Angaben des Deutschen Jagdverbands (DJV) leben hierzulande zwischen 2000 und 2500 Wölfe, wobei diese Schätzung als eher konservativ eingestuft wird. DJV-Chef Helmut Dammann-Tamke bestätigt diese Zahlen.
„Hamburg ist umgeben von Wolfsland“, stellt Hornung klar. „Ganz Niedersachsen ist voll von Wölfen und Wolfsrudeln. Nach innen sind diese Rudel sehr sozial, nach außen allerdings nicht.“
Jungwölfe auf Reviersuche
Besonders problematisch ist laut dem Experten die aktuelle Jahreszeit:
- Weibliche Wölfe (Fähen) sind trächtig und bekommen bald Junge
- Jungwölfe werden aus den Rudeln vertrieben
- Sie müssen sich neue Reviere suchen
- Auf ihrer Wanderschaft durchqueren sie besiedeltes Gebiet
„Die Jungwölfe gehen den Weg des geringsten Widerstands – durch Siedlungen und Städte“, erklärt Hornung. Dabei komme es zwangsläufig zu Konflikten mit Menschen, wie in Hamburg geschehen.
Schuld liegt beim Menschen
Interessanterweise sieht der Experte die Hauptschuld nicht beim Tier, sondern beim Menschen: „Der Wolf will keine Nähe. Er hat Angst vor Menschen, will nicht gestreichelt und mit Selfies belästigt werden.“ Die natürliche Scheu der Tiere werde durch unvorsichtiges Verhalten der Spaziergänger überwunden.
Offizielle Stellungnahme des Bundes
Auf Anfrage äußerte sich auch das Bundesjagdministerium zur Sicherheit bei Osterspaziergängen: „Wölfe verhalten sich in der Regel von Natur aus vorsichtig dem Menschen gegenüber und meiden die direkte Begegnung.“ Dennoch wird zur Vorsicht geraten, wenn man den Tieren zu nahe kommt, um mögliche Angriffe zu vermeiden.
Die zunehmende Verbreitung von Wölfen in Deutschland stellt Stadtbewohner und Spaziergänger vor neue Herausforderungen. Experten raten zu erhöhter Aufmerksamkeit und Respekt vor den wildlebenden Tieren, besonders in der aktuellen Frühlingssaison.



