Wolf beißt Frau in Hamburg: Vorfall in Einkaufspassage nach Supermarkt-Besuch
In Hamburg-Altona hat sich am Montagabend gegen 19 Uhr ein bemerkenswerter Vorfall ereignet: Ein junger Wolf hat eine 65-jährige Frau ins Gesicht gebissen. Die Frau musste zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus eingeliefert werden, wo ihre Wunden genäht werden mussten. Sie erlitt dabei keine schweren Verletzungen, wurde jedoch mit einem Rettungswagen transportiert.
Vor der Attacke: Wolf im Supermarkt
Laut Umweltsenatorin Katharina Fegebank von den Grünen war der Wolf vor dem Angriff in einen Supermarkt eingedrungen. Anschließend lief das Tier in eine Einkaufspassage neben einer Ikea-Filiale in Hamburg-Altona. Dort rannte es wiederholt gegen eine Glasscheibe, was die Aufmerksamkeit der 65-Jährigen erregte.
Die Frau versuchte, das Raubtier aus der Passage zu befreien, was schließlich zum Angriff führte. Nach Informationen der BILD wurde sie in die linke Gesichtshälfte gebissen, wobei eine blutende Wunde am Mundwinkel und an der Wange entstand.
Flucht durch die Stadt und Einfangung
Nach dem Biss flüchtete der Wolf quer durch Hamburg, zunächst Richtung St. Pauli und später bis zum Jungfernstieg. Mehrere Menschen sichteten das Tier während seiner Flucht. Die Polizei versuchte, den Wolf zu stellen, doch er sprang daraufhin in die Binnenalster.
Ein Stadtjäger wurde hinzugerufen und zog den Wolf mit einer Schlinge aus dem Wasser. Das junge Tier war so entkräftet, dass es ohne Betäubung in eine Tierbox gesperrt werden konnte. Es wurde vom Wildgehege Klövensteen in Rissen in Gewahrsam genommen, und über sein weiteres Schicksal soll am Dienstag entschieden werden.
Erste Wolfs-Attacke seit Rückkehr
Wolfsexperte Norman Stier von der Technischen Universität Dresden bestätigte zweifelsfrei, dass es sich um einen Wolf handelt. Laut Bundesamt für Naturschutz ist dies die erste Wolfs-Attacke auf einen Menschen seit der Rückkehr der Wölfe nach Deutschland im Jahr 1998. Eine Sprecherin betonte: „Es gab noch keinen solchen Fall seit der Wiederansiedlung 1998.“
Nach BILD-Informationen könnte der junge Wolf von seinem Rudel verstoßen worden sein und sucht nun eine neue Familie. In solchen Fällen legen Wölfe oft weite Strecken zurück, was zur Verbreitung der Tiere in Deutschland beiträgt.
Vorangegangene Sichtungen
In den vergangenen Tagen wurde der Wolf in verschiedenen Bereichen Hamburgs gesichtet, unter anderem an der Gorch-Fock-Grundschule in Blankenese. Ein Anwohner berichtete, dass er das Tier in einem Garten gesehen habe und Auge in Auge mit ihm stand, bevor das Raubtier die Flucht ergriff.
Dieser Vorfall unterstreicht die zunehmende Präsenz von Wölfen in städtischen Gebieten und wirft Fragen zum Umgang mit wilden Tieren in Großstädten auf. Die Polizei und Behörden bleiben in Alarmbereitschaft, um ähnliche Vorfälle in Zukunft zu verhindern.



