Tierschützer befreien Buckelwal in Ostsee mit Spezialwerkzeug von Netzresten
Die Meeresschutzorganisation Sea Shepherd hat nach eigenen Angaben einen aus dem Wismarer Hafen bekannten Buckelwal von weiteren Netzresten befreit. Ein Team mit einem Schlauchboot fuhr am Freitag vor Travemünde auf die Ostsee, um dem Tier zu helfen. Die Wasserschutzpolizei begleitete die Aktion bereits mit einem Boot.
Spezialwerkzeug ermöglicht Teilbefreiung
„Wir konnten tatsächlich einen Teil der Leine noch entfernen mit unserem Spezialwerkzeug“, sagte Christin Otto von Sea Shepherd. Die Organisation hatte eigens ein Werkzeug mit einer Vorrichtung zum Zerschneiden von Leinen an einem Stab gebaut, das sich bei dem Einsatz bewährte. „Das hat auch richtig gut funktioniert“, so Otto nach der Aktion.
Allerdings musste der Einsatz vorzeitig beendet werden, da der Wal weiter Richtung offenes Meer schwamm und sich das Wetter verschlechterte. Daher befinden sich weiterhin Netzreste an dem Tier. Sea Shepherd plant, diese bei Gelegenheit ebenfalls zu entfernen, falls sie sich nicht selbst lösen.
Wal war bereits Anfang März in Wismar gesichtet worden
Es handelt sich laut Sea Shepherd definitiv um denselben Wal, der Anfang März im Hafen von Wismar Aufsehen erregt hatte. Damals hatten Einsatzkräfte den Wal weitgehend von einem Stellnetz befreit, in dem er sich verfangen hatte. Eine Leine verblieb jedoch am Tier, und es gab seither wiederholt Sichtungen vor der Küste.
Die Identifikation erfolgte anhand der Fluke, der Schwanzflosse von Walen, sowie der teils gleichen Leinen und der Rückenflosse. Die Organisation geht davon aus, dass es sich um einen Buckelwal handelt. Am Vorabend des Einsatzes war das Tier bereits in die Trave geschwommen.
Sea Shepherd hatte sich zum Ziel gesetzt, das Tier von den verbliebenen Netzresten zu befreien, um seine Gesundheit und Bewegungsfreiheit zu verbessern. Die erfolgreiche Teilbefreiung markiert einen wichtigen Schritt in diesen Bemühungen, auch wenn noch Restarbeiten anstehen.



