Expertin: Tötung des gestrandeten Wals in der Ostsee kommt nicht infrage
Tötung des gestrandeten Wals keine Option

Expertin: Tötung des gestrandeten Wals in der Ostsee kommt nicht infrage

Die mögliche Tötung des in der Ostsee vor Timmendorfer Strand gestrandeten Wals, um ihn von seinen Leiden zu erlösen, ist nach Angaben einer führenden Expertin keine realistische Option. Ursula Siebert, Leiterin des Instituts für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) der Tierärztlichen Hochschule Hannover, erklärte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, dass internationale Absprachen und praktische Hindernisse dies verhindern.

Internationale Vereinbarungen und praktische Schwierigkeiten

Laut Siebert gibt es klare internationale Absprachen darüber, welche Maßnahmen bei Walstrandungen ergriffen werden können und wie diese umzusetzen sind. „Je größer der Wal ist, desto schwieriger wird das ganze“, betonte die Expertin. Bei dem gestrandeten Tier handelt es sich nach Angaben von Sea Shepherd um einen etwa zehn Meter langen Buckelwal, vermutlich ein junges Männchen.

Die Situation in der Ostsee sei zwar nicht alltäglich – „Nicht so häufig in der Ostsee, Gott sei Dank“ – doch bei Strandungen von Pottwalen im Wattenmeer oder anderen Walarten in der Nordsee zeige sich regelmäßig, wie komplex solche Einsätze sind. „Und es ist einfach sehr, sehr schwierig unter den Begebenheiten, die wir hier haben, einen Wal zu euthanasieren“, so Siebert.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Probleme bei der Durchführung einer Euthanasie

Ein zentrales Problem sei der Waffeneinsatz und die erforderlichen Kaliber, die eine potenzielle Gefährdung für die Umgebung darstellen könnten. „Mit Blick auf die internationalen Absprachen sehe man da wenig Möglichkeiten in Deutschland, ebenso wie in Nachbarländern“, erklärte die ITAW-Leiterin. Stattdessen setze man darauf, die Tiere im Zweifel würdig und stressfrei sterben zu lassen, insbesondere bei Pottwalen.

Das Deutsche Meeresmuseum bestätigte die extrem schwierige Lage und betonte, dass Expertinnen und Experten vor Ort jede Maßnahme und Entscheidung sehr genau abwägen müssten. Man stehe in engem Kontakt zum ITAW vor Ort.

Besondere Herausforderungen in Niendorf

„Eine Euthanasierung wäre unter den Umständen, die in Niendorf herrschen, sehr schwierig, da der Wal sich noch im Wasser befindet“, teilte das Museum mit. Das Wasser sei im Grunde zu flach für den Wal, aber gleichzeitig zu tief für eine gezielte Tötung. Zudem gebe es bei einem so großen Wal keine zuverlässige Methode der Euthanasierung, mit der man weiteres Leiden vollständig ausschließen könne.

Die Experten betonen, dass bei solchen Strandungen immer wieder schwierige Abwägungen getroffen werden müssen. Internationale Standards und praktische Gegebenheiten vor Ort spielen dabei eine entscheidende Rolle.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration