Santiano kritisieren Hysterie um Wal Timmy: „Wir bekommen sein Verrecken nicht mit“
Santiano kritisieren Hysterie um Wal Timmy

Santiano kritisieren Hysterie um Wal Timmy: „Wir bekommen sein Verrecken nicht mit“

Die bekannten Seemanns-Rocker von Santiano, Hans-Timm Hinrichsen (60), Pete Sage (76), Björn Both (61) und Axel Stosberg (58), haben sich in der emotional aufgeladenen Debatte um die Rettung des Buckelwals Timmy zu Wort gemeldet. Als Botschafter des Komitees der UN-Ozeandekade kritisieren sie scharf die ihrer Meinung nach aus dem Ruder laufenden Diskussionen.

Emotionen statt Expertise

Für die Band steht fest, dass es bei der Rettungsaktion längst nicht mehr nur um einen einzelnen Wal geht, sondern um grundsätzliche Fragen im Umgang mit Natur und Tierwelt. Auf ihren Social-Media-Kanälen prangern sie an, dass wissenschaftliche Expertise zugunsten emotionaler Debatten in den Hintergrund gedrängt wird.

Santiano-Sänger Björn Both erklärt im Gespräch: „Bei einem humanen Akt der Tierrettung sind wir immer dabei. Viele wirkliche Experten glauben aber nicht, dass der Buckelwal diese Bergung überleben wird.“ Der Musiker betont, dass das Tier ein Netz im Magen habe, was die Nahrungsaufnahme zunehmend unmöglich mache.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Skeptische Haltung zur Verschiffung

Die aktuellen Pläne, den Wal aus der Bucht von Poel in einer Ponton-Konstruktion in die Nordsee zu schleppen, sehen Santiano mit großer Skepsis. Auf Instagram schreibt die Band: „Das Tier ist so geschwächt und gestresst, dass es nur eine Frage von wenigen Stunden sein wird, bis es in der nächsten Untiefe hängen bleibt. Selbst wenn es die Nordsee erreicht – glauben wir dann wirklich, einen Wal gerettet zu haben? Nein. Wir bekommen nur sein elendes Verrecken nicht mehr mit.“

Forderung nach wissenschaftlicher Kontrolle

Both beunruhigt besonders, dass wichtige Fragen ungeklärt bleiben: „Unser Standpunkt basiert nach wie vor auf den Einschätzungen diverser Meeres- und Tierschutzverbände. Keine dieser Organisationen wurde bislang über den aktuellen Bergungsversuch informiert.“ Unklar sei zudem, wer die wissenschaftliche Kontrolle der Arbeiten übernehme oder ob Abbruchszenarien definiert wurden.

Gefahr für die Gesellschaft

Der Santiano-Sänger warnt vor den gesellschaftlichen Folgen der emotionalisierten Debatte: „Hier wurde einmal mehr die Wissenschaft und eine entsprechende Expertise infrage gestellt. Man hört stattdessen auf selbst ernannte Walretter, die nur Emotionen und Empörung hochpeitschen.“ Dies führe dazu, dass überforderte Politiker Rettungsversuche anordneten, die sich gegen jeden Expertenrat stellten.

Die Band betont, dass es ihnen nicht um eine grundsätzliche Ablehnung von Tierrettungen gehe, sondern um die Forderung nach einer sachlichen, wissenschaftlich fundierten Diskussion. Both resümiert: „Denn weil sein Leiden dann nicht mehr in unserem Umfeld geschieht, geht es viele dann auch nichts mehr an.“

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration