Bagger graben Rettungsrinne für gestrandeten Buckelwal an der Ostsee
Rettungsrinne für Buckelwal an der Ostsee gegraben

Rettungsversuch für gestrandeten Buckelwal an der Ostsee

Mit Baggern und höchster Konzentration versuchen Helfer erneut, einen bei Timmendorfer Strand festsitzenden Buckelwal zu befreien. Der Meeressäuger wurde Montagmorgen auf einer Sandbank entdeckt und steckt seitdem im flachen Wasser fest, wo ein Taucher sogar neben ihm stehen kann. Die Ostsee bleibt eine immense Herausforderung für die Rettungsaktion, da sie nicht der natürliche Lebensraum des Wals ist.

Bagger graben Rinne für den Wal

Zwei Bagger haben damit begonnen, in einiger Entfernung vom Tier eine Rinne zu graben, während ein dritter Bagger am Strand bereitsteht. Laut Bürgermeister Sven Partheil-Böhnke ist das Ziel, sich langsam an den 12 bis 15 Meter großen Buckelwal heranzuarbeiten, damit dieser sich an die Geräusche gewöhnen kann. Die Arbeiten erfordern höchste Präzision, da man sich bis auf einen Zentimeter an den Kopf des Tieres nähern muss, was auch für den Wal nicht ungefährlich ist.

Baggerfahrer Tim Löhndorf von der Firma Ökologischer Gewässerdienst Wandhoff erklärte, dass eine 50 Meter lange, sechs Meter breite und 1,20 Meter tiefe Rinne vor dem Kopf des Wals gegraben werden soll. Besonders herausfordernd sind dabei Wind und Strömung, die die Rettungsaktion erschweren.

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Reaktion des Wals und weitere Hindernisse

Bei der Annäherung durch den Biologen Robert Marc Lehmann reagierte der Buckelwal mit heftigen Bewegungen und lautem Schnauben. Experten wie Stephanie Groß vom Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) berichten jedoch, dass es dem Tier relativ gut geht – es kann seinen Kopf im Flachwasser noch anheben und zeigt Reaktionen.

Selbst nach einer erfolgreichen Befreiung wartet eine weitere Hürde: Der Wal muss zurück in die Nordsee und dann in den Atlantik gelangen. Jan Herrmann, Tierarzt und Wal-Experte aus Wilhelmshaven, betont, dass die Ostsee ein Nadelöhr darstellt, mit Engstellen in dänischen Gewässern und Störungen durch Schiffsverkehr. Joseph Schnitzler vom ITAW fügt hinzu, dass der Wal begleitet werden muss, um den Weg zu finden, da man ihn nicht direkt lenken kann.

Frühere Rettungsversuche gescheitert

Dies ist nicht der erste Rettungsversuch. Am Dienstag scheiterte ein Versuch mit einem kleinen Saugbagger, da der Sand zu fest war. Zuvor waren andere Methoden wie das Drehen des Wals in Richtung tieferer Fahrrinne oder das Erzeugen von Wellen mit Polizeibooten erfolglos. Auch die Hoffnung, dass sich das Tier mit dem Hochwasser freischwimmen könnte, erfüllte sich nicht. Um den Wal nicht weiter zu stressen, wurden die Versuche zunächst abgebrochen, doch die Helfer geben nicht auf.

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