Polizei eskortiert Ausflugsschiff nach Zwischenfall mit Schwimmerin bei gestrandetem Wal
Die Emotionen kochen angesichts des vor der Insel Poel gestrandeten Buckelwals weiterhin hoch. Nachdem am Wochenende eine Frau in der Nähe des Tieres ins Wasser gesprungen war, hat die Wasserschutzpolizei ihre Sicherheitsmaßnahmen verstärkt und begleitet nun teilweise ein in dem Bereich verkehrendes Ausflugsschiff mit einem Schlauchboot.
Eskorte für die "Adler Nature"
Die 67-jährige Frau in einem Neoprenanzug war von dem Ausflugsschiff "Adler Nature" ins Wasser gesprungen, wie eine Polizeisprecherin bestätigte. Seither fährt die Wasserschutzpolizei regelmäßig mit einem Schlauchboot dem Schiff entgegen und begleitet es bis in den Hafen auf Poel. Die "Adler Nature" verkehrt laut Fahrplan täglich zwischen Wismar und der Insel Poel, vor deren Küste der Wal gestrandet ist.
Die Polizeisprecherin betonte, dass es weiterhin eine freie Fahrrinne in dem Bereich gibt. Die Beamten seien jedoch auf dem Wasser präsent, um sicherzustellen, dass niemand die um den Wal eingerichtete Schutzzone verletzt. Ein dpa-Fotoreporter bestätigte, dass der Wal auch am Mittwoch deutlich zu hören war und sich sichtbar beim Atmen bewegte.
Proteste und Spekulationen nehmen zu
Die Einschätzung von Experten, dass dem Wal nicht sinnvoll geholfen werden kann und man ihn besser in Ruhe sterben lassen sollte, sorgt für wachsenden Unmut. Nach Demonstrationen in den vergangenen Tagen sind bereits weitere Proteste angekündigt, nicht nur auf Poel. Zuletzt waren Demo-Teilnehmer auf dem Land in einen Sperrbereich eingedrungen, woraufhin die Polizei sie zurückdrängen musste.
Zusätzlich zu den bestehenden Absperrungen hat die Polizei einen Sichtschutzzaun errichtet, was im Internet zu Spekulationen führte, man wolle etwas verbergen. Die Polizeisprecherin klärte jedoch auf, dass der Sichtschutz lediglich zur Abschirmung des für die Beamten aufgestellten Toilettenhäuschens dient. Der Wal bleibe weiterhin sichtbar für die Öffentlichkeit.
Die Situation bleibt angespannt, während die Wasserschutzpolizei weiterhin für die Einhaltung der Schutzzone sorgt und das Ausflugsschiff begleitet, um weitere Zwischenfälle zu verhindern.



