Landkreis Lüneburg warnt: Mähroboter nachts gefährden Igel im Garten
Mähroboter nur tagsüber nutzen: Igel-Schutz im Garten

Landkreis Lüneburg gibt klare Empfehlung: Mähroboter nur bei Tageslicht einsetzen

Im modernen Garten hat die Technik längst Einzug gehalten. Rasenmähroboter übernehmen vielerorts die Pflege des grünen Refugiums. Diese Automatisierung bringt zwar praktische Vorteile mit sich, stellt jedoch gleichzeitig eine ernste Gefahr für die heimische Tierwelt dar. Besonders betroffen sind Igel, die in den Abend- und Nachtstunden aktiv werden.

Nachtaktive Igel in tödlicher Gefahr durch Mähroboter

Der Fachdienst Umwelt des Landkreises Lüneburg appelliert nun eindringlich an alle Gartenbesitzer: Rasenmähroboter sollten ausschließlich tagsüber zum Einsatz kommen. Hintergrund dieser dringenden Empfehlung sind schwere bis tödliche Verletzungen, die Igel regelmäßig erleiden. In den Dämmerungs- und Nachtstunden begeben sich die stacheligen Säugetiere auf Nahrungssuche und durchstreifen dabei auch gepflegte Rasenflächen.

Ihr natürliches Verteidigungsverhalten wird den Igeln in dieser Situation zum Verhängnis. Bei drohender Gefahr rollen sie sich instinktiv zu einer Kugel zusammen. Genau dieses Schutzverhalten führt dazu, dass Mähroboter die Tiere nicht erkennen können. Die scharfen Messer der automatischen Mäher überfahren die zusammengerollten Igel dann schonungslos.

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Besonders geschützte Art benötigt menschliche Rücksichtnahme

Die Konsequenzen sind verheerend. Igel zählen nicht nur zu den bekanntesten und beliebtesten Wildtieren in deutschen Gärten, sie stehen nach der Bundesartenschutzverordnung auch unter besonderem Schutz. Eine einfache Anpassung der Mähzeiten kann daher einen wesentlichen Beitrag zum Artenschutz leisten. Die kleine Umstellung der Betriebszeiten von Mährobotern bewahrt zahlreiche Tiere vor qualvollen Verletzungen und rettet Leben.

Weitere Gefahrenquellen und Schutzmaßnahmen im Garten

Nicht nur automatische Rasenmäher stellen eine Bedrohung für Igel dar. Der Landkreis Lüneburg weist darauf hin, dass auch andere gängige Gartenarbeiten Risiken bergen. Maike Mangelsdorf vom Landkreis Lüneburg erklärt: „Verzichten Sie auf chemische Gifte und laute Laubsauger. So helfen Sie mit, die Igelpopulation zu erhalten.“

Gartenbesitzer können mit einfachen Maßnahmen zusätzliche Schutzräume für die nützlichen Insektenfresser schaffen:

  • Spezielle Igelhäuser oder selbst gebaute Unterschlupfe bieten sichere Rückzugsorte
  • Totholzhaufen und natürliche Verstecke im Garten schaffen Lebensraum
  • Flache Wasserschalen stellen besonders in trockenen Sommern wichtige Trinkquellen dar

Umfassende Beratung durch Naturschutzorganisationen

Für weiterführende Informationen zum Igelschutz und zur naturnahen Gartengestaltung stehen verschiedene Organisationen bereit. Der NABU Lüneburg und der BUND-Regionalverband Elbe-Heide bieten umfangreiches Wissen und praktische Tipps für einen tierfreundlichen Garten. Durch bewusste Gartengestaltung und angepasste Pflegegewohnheiten kann jeder Grundstücksbesitzer aktiv zum Erhalt der bedrohten Igelpopulation beitragen.

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