Menschenkette für sterbenden Buckelwal in Wismarbucht: Letzte Hoffnung schwindet
Menschenkette für sterbenden Buckelwal: Letzte Hoffnung schwindet

Menschenkette für sterbenden Buckelwal in der Wismarbucht: Das letzte Geleit?

Seit zwölf Tagen liegt ein verletzter Buckelwal in der Wismarbucht vor der Insel Poel in Mecklenburg-Vorpommern. Eine Rettung des Meeressäugers wird von offizieller Seite als ausgeschlossen betrachtet, doch am Samstag bildeten etwa 150 Menschen eine bewegende Menschenkette, um für die Rettung des Tieres zu demonstrieren. Eine Polizeisprecherin bestätigte die Aktion, bei der auch zahlreiche Spendenaufrufe gestartet wurden.

Umweltminister Backhaus: "Großartiges Engagement, aber keine Perspektive"

Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) äußerte sich anerkennend über das zivilgesellschaftliche Engagement: "Ich finde es grundsätzlich großartig, dass so viele Menschen bereit sind, dem Tier zu helfen – auch monetär." Gleichzeitig machte er deutlich, dass die Aufgabe der Rettungsversuche nicht auf Geldmangel zurückzuführen sei, sondern auf den kritischen Gesundheitszustand des Wals, die enorme Belastung für das Tier und die fehlende Überlebensperspektive.

Der etwa zwölf Meter lange Buckelwal befindet sich seit dem 31. März an derselben Position und gibt weiterhin Lebenszeichen von sich. Berichten zufolge stößt er regelmäßig Luft aus und wird durch aufgestellte Wassersprinkler benetzt, um sein Leiden zu lindern.

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Wassergutachten gibt Entwarnung: Keine Gefahr für Umwelt

Das Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommerns teilte mit, dass von dem sterbenden Tier keine Gefahr für die Umwelt oder die öffentliche Gesundheit ausgehe. Ein speziell beauftragtes Wassergutachten des Landesamtes für Gesundheit kam zu einem beruhigenden Ergebnis: "Die Proben wurden ausgewertet, und ich kann sagen, dass das Wasser bei dem Wal Badewasserqualität hat", erklärte Minister Backhaus in einer Pressemitteilung. Demnach wurden keine Grenzwerte überschritten, und der gestrandete Wal hat keinen negativen Einfluss auf die Wasserqualität der Wismarbucht.

Rettungsversuche eingestellt: Wal soll "in Frieden gehen"

Die letzten aktiven Rettungsversuche für den Buckelwal wurden bereits am 1. April eingestellt. Seither wird das Tier rund um die Uhr von Einsatzkräften der Polizei und Feuerwehr begleitet. Fachleute beobachten, dass der Wal nicht mehr auf Boote reagiert – ein Zeichen, das als Indiz für den fortgeschrittenen Sterbeprozess gewertet wird. "Man wolle das Tier jetzt 'in Frieden gehen lassen'", so die Aussage von Umweltminister Backhaus.

Behörden kämpfen gegen Falschmeldungen und Drohungen

Um der Verbreitung von Falschinformationen entgegenzuwirken, hat das Umweltministerium eine FAQ-Seite auf seiner Internetpräsenz eingerichtet, die die häufigsten Fragen zum gestrandeten Wal beantwortet. Backhaus räumte ein: "Am Ende werden wir nicht alle Verschwörungstheorien aufnehmen und widerlegen können", betonte aber, dass die Seite bei Bedarf aktualisiert werde.

Gleichzeitig beklagte der Minister, dass die vor Ort eingesetzten Helfer von Polizei und Feuerwehr mit Schmähungen und Drohungen konfrontiert seien. "Ich würde mir wünschen, dass diese Leistung öffentlich gewürdigt würde", appellierte Backhaus und kündigte an, dass die zuständigen Behörden künftig konsequent gegen strafrechtlich relevante Vorgänge vorgehen werden.

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