Happy End für ein besonderes Reptil: Knöpfchens Rettungsgeschichte
Ein außergewöhnliches Happy End hat sich für das Beulenkrokodil Knöpfchen ergeben. Das 2,30 Meter lange Reptil, das zuvor in einem privaten Schrebergarten im thüringischen Nordhausen lebte, wurde von den Behörden beschlagnahnt, weil die Haltungsbedingungen nicht den gesetzlichen Anforderungen entsprachen. Mehrfach stand das Tier kurz davor, eingeschläfert zu werden – doch nun hat es nicht nur ein neues Zuhause, sondern auch eine neue Liebe gefunden.
Von der Tötungsdrohung zur Rettungsaktion
Jennifer Vogl von der Reptilien-Auffangstation München berichtet: „Das Tier kam Ende Mai vergangenen Jahres zu uns.“ Die Tierschützer kontaktierten zahlreiche Zoos, doch zunächst wollte niemand das Krokodil aufnehmen. Die Situation war kritisch, denn die Behörden hatten wiederholt mit der Tötung des Tieres gedroht. Die täglichen Pflegekosten von 70 Euro für ein beschlagnahmtes Krokodil stellten eine enorme Belastung dar.
Knöpfchen hatte in München eine Art Wellness-Aufenthalt: „Er hatte sieben Kilo zu viel, hat jetzt einige Kilo abgenommen und ist wieder attraktiv“, erklärt Vogl. Das Krokodil, das ursprünglich als Pummelchen nach Bayern kam, wurde fit für sein neues Leben.
Ein neues Zuhause und eine besondere Partnerschaft
Die Wende kam durch den Zoo Schönbrunn in Wien. Dort lebte das Beulenkrokodil-Weibchen Puebla (17), das kurz zuvor verwitwet war. Da männliche Krokodile sich normalerweise nicht mit anderen Männchen vertragen, war die Aufnahme von Knöpfchen ein Glücksfall. Tiergartendirektor Dr. Stephan Hering-Hagenbeck betont die Bedeutung dieser Paarung: „Beulenkrokodile sind nur in wenigen zoologischen Gärten zu finden. Für den Fortbestand der Zoopopulation ist dieses Paar genetisch besonders wertvoll.“
Die beiden Reptilien haben sich bereits angefreundet. Jennifer Vogl verrät: „Es hat zwischen den beiden Krokodilen in Wien schon einige Paarungsversuche gegeben.“ Die Hoffnung im Wiener Zoo ist groß, dass aus dieser Verbindung Nachwuchs entsteht.
Hintergrund: Fast zehn Jahre im Schrebergarten
Knöpfchen lebte fast ein Jahrzehnt im privaten Schrebergarten von Gabi Decker (59) und Peter Eckardt (75) in Nordhausen. Als die Haltungsvorschriften verschärft wurden und die Reptilien-Liebhaber kein ausreichend großes Becken errichten konnten, mussten sie sich von ihrem Krokodil trennen. Neben Knöpfchen wurden auch mehrere Schlangen beschlagnahmt, darunter ein Tigerpython und eine Anakonda. Während der Python mittlerweile zurückgegeben wurde, bleibt die Anakonda vorerst in der Münchner Auffangstation.
Dr. Hering-Hagenbeck weist auf die bedrohte Situation der Beulenkrokodile hin: „Wegen ihres Leders wurden die Beulenkrokodile in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet vor 40 Jahren fast ausgerottet.“ Umso bedeutsamer ist die neue Partnerschaft zwischen Knöpfchen und Puebla für den Artenschutz.
Was als traurige Geschichte mit Tötungsdrohungen begann, hat nun ein überraschend positives Ende gefunden. Knöpfchen, das in Thüringen zehn Jahre lang ohne Artgenossen lebte, hat nicht nur ein artgerechtes Zuhause gefunden, sondern auch die Chance, zur Erhaltung seiner Art beizutragen.



