Verzweiflungstat vor Prenzlauer Tierheim: Hündin mit Futter zurückgelassen
Ein Mann aus dem Nachbarland Mecklenburg-Vorpommern hat am Tor des Prenzlauer Tierheimes eine Hündin in einer Transportbox mit Futter ausgesetzt und ist anschließend davongefahren. Die Mitarbeiter des Tierheimes am Erika-Kliemann-Weg 1 waren fassungslos, als sie den Vorfall in dieser Woche bemerkten und konnten nur hilflos zusehen, wie der Unbekannte mit seinem Fahrzeug ins benachbarte Bundesland entfloh.
Flucht nach kurzer Konfrontation
Ein langjähriger Mitarbeiter des Tierheimes befand sich gerade mit der kaukasischen Schäferhündin Gipsy im Auslauf, als ein Auto mit VG-Kennzeichen an der Einfahrt hielt. Der Fahrer stieg aus und verkündete, eine Hündin abgeben zu müssen – es handle sich um einen Notfall. Während der Tierheim-Mitarbeiter erklärte, sich telefonisch mit der Leiterin abstimmen zu wollen, und gleichzeitig die aufgeregte Gipsy beruhigen musste, lud der Unbekannte die Transportbox sowie einen gelben Müllsack aus dem Fahrzeug.
Ohne weitere Kontaktaufnahme brauste der Mann davon, während der Mitarbeiter mit Gipsy an der Leine und durch ein Schiebetor getrennt nur fassungslos hinterherschauen konnte. In dem zurückgelassenen Sack fanden die Tierheim-Mitarbeiter später eine Leine und Hundefutter. Sie nahmen sich umgehend der ausgesetzten Hündin an, die gechipt ist und eine Registriernummer aus Rumänien sowie eine Steuernummer der Stadt Pasewalk am Halsband trägt.
Ermittlungen und rechtliche Konsequenzen
Die Informationen wurden inzwischen an das Ordnungsamt der Stadt Pasewalk übermittelt, um die Besitzer der Hündin ausfindig zu machen. Frauke Förster, Vorsitzende des Prenzlauer Tierschutzvereins und Leiterin des Tierheimes, betont, dass das Aussetzen eines Tieres ohne Absprache nicht nur moralisch verwerflich sei, sondern als Tierquälerei geahndet werden kann – mit Bußgeldern im fünfstelligen Eurobereich.
„Wer sich als Halter beispielsweise durch eine Erkrankung, einen Pflegefall oder finanzielle Notlagen nicht mehr imstande sieht, seinem tierischen Begleiter ein artgerechtes Leben zu ermöglichen, sollte zuerst nach Alternativen im eigenen Umfeld suchen“, erklärt Förster. Sie verweist auf Nachbarn, Familienangehörige oder Bekannte, die sich des Tieres annehmen könnten, sowie auf spezialisierte Internetforen zur Tiervermittlung.
Stress für Tiere und begrenzte Kapazitäten
Förster warnt davor, dass eine Unterbringung im Tierheim trotz bester Pflege durch die Mitarbeiter großen Stress für die Tiere bedeute. Die plötzliche Trennung von ihrer Bezugsperson verursache viel Leid, weshalb eine direkte Vermittlung von Haus zu Haus stets vorzuziehen sei. Zudem seien die Kapazitäten im Tierheim begrenzt, und Mitarbeiter seien nicht rund um die Uhr vor Ort.
„Tierhalter in Notsituationen können sich gerne bei uns melden, damit wir sie beraten und mit unserem Netzwerk bei der Suche nach einer Lösung unterstützen“, betont Förster. Eine Kurzschlusshandlung wie die vor dem Tierheimtor sei verantwortungslos und riskiere im schlimmsten Fall das Leben des Tieres. Das Tierheim Prenzlau ist unter der Telefonnummer 03984 8348614 erreichbar.



