Verzweiflungstat am Tierheim-Tor in Prenzlau: Hündin ausgesetzt, Mitarbeiter fassungslos
Ein schockierender Vorfall hat sich diese Woche am Tierheim in Prenzlau zugetragen. Ein Mann aus dem Nachbarland Mecklenburg-Vorpommern setzte eine Hündin in einer Transportbox am Eingangstor des Tierheimes aus und floh unvermittelt davon. Die Mitarbeiter des Heimes, die den Vorfall mitansehen mussten, sind noch immer fassungslos über diese Verzweiflungstat.
Flucht nach dem Aussetzen der Hündin
Ein langjähriger Mitarbeiter des Tierheimes befand sich gerade mit der kaukasischen Schäferhündin Gipsy im Auslauf, als ein Fahrzeug mit VG-Kennzeichen an der Einfahrt hielt. Der Fahrer stieg aus und erklärte, eine Hündin in einem Notfall abgeben zu müssen. Während der Mitarbeiter versuchte, telefonisch die Leiterin des Heimes zu erreichen und gleichzeitig die aufgeregte Gipsy zu beruhigen, lud der Unbekannte das Tier in einer Box sowie einen gelben Müllsack aus dem Auto. Ohne weitere Worte brauste er sofort davon, zurück nach Mecklenburg-Vorpommern.
Der Mitarbeiter, der durch ein Schiebetor getrennt war und Gipsy an der Leine hielt, konnte nur fassungslos dem Fahrzeug hinterherschauen. Er betonte, in seinen vielen Jahren im Tierheim schon viel erlebt zu haben, doch einen solchen Vorfall habe er nie für möglich gehalten. Bei der Untersuchung des zurückgelassenen Sacks fanden die Mitarbeiter eine Leine und Hundefutter.
Ermittlungen und mögliche Tierquälerei
Die ausgesetzte Hündin wurde von den Tierheim-Mitarbeitern umgehend in Obhut genommen. Es stellte sich heraus, dass das Tier gechipt ist, mit einer Registriernummer, die auf Rumänien als Herkunftsland hinweist. Am Halsband befindet sich zudem eine Steuernummer der Stadt Pasewalk, wie Frauke Förster, die Vorsitzende des Prenzlauer Tierschutzvereins und Leiterin des Tierheimes, auf Nachfrage erläuterte.
Die Informationen wurden an das Ordnungsamt der Stadt Pasewalk übermittelt, um die Besitzer der Hündin ausfindig zu machen. Ein Tier ohne Absprachen auszusetzen, sei nicht nur moralisch verwerflich, sondern könne als Tierquälerei gewertet werden, die mit einem Bußgeld im fünfstelligen Eurobereich geahndet werden kann. Frauke Förster betonte, dass solche Kurzschlusshandlungen verantwortungslos seien und im schlimmsten Fall das Leben des Tieres riskieren, da Mitarbeiter nicht rund um die Uhr vor Ort sind.
Appell für verantwortungsvolles Handeln
Frauke Förster appelliert an Tierhalter, die sich in einer Notsituation befinden, sich zunächst nach Alternativen im eigenen Umfeld umzusehen. „Vielleicht gibt es Nachbarn, Familienangehörige oder Bekannte, die sich des Tieres gerne annehmen würden“, so Förster. Zudem gebe es im Internet spezialisierte Foren zur Vermittlung von Tieren in gute Hände.
Sie wies darauf hin, dass eine Unterbringung im Tierheim trotz bester Pflege Stress für die Tiere bedeute, da sie ihre Bezugspersonen plötzlich verlieren. „Da sollte eine von Haus-zu-Haus-Unterbringung das Mittel der erste Wahl sein“, erklärte sie. Das Tierheim Prenzlau bietet Beratung und Unterstützung bei der Suche nach Lösungen an und bittet um Kontaktaufnahme unter der Telefonnummer 03984 8348614, um solche verzweifelten Taten zu vermeiden.



