Gestrandeter Buckelwal in der Ostsee: Rettungsteam bereitet sich auf mögliche Selbstbefreiung vor
Seit mehreren Tagen laufen die intensiven Vorbereitungen für den Transport des geschwächten Buckelwals zurück ins offene Meer. Am vierten Tag der Rettungsaktion hat das Team der privaten Hilfsinitiative nun einen entscheidenden Schritt unternommen: Falls sich das Tier aufgrund des steigenden Wasserstandes doch selbst freischwimmen sollte, ist man vollständig vorbereitet.
Plan B wurde bereits aktiviert
Rechtsanwältin Constanze von der Meden, Teil der privat finanzierten Rettungsaktion, erklärte bei einer Pressekonferenz im Hafen von Kirchdorf: „Weil das Tier in den Morgenstunden wieder sehr aktiv gewesen sei, habe das Team bereits den vorbereiteten Plan B aktiviert.“ Der Wasserstand könne in den kommenden Stunden um 50 bis 60 Zentimeter ansteigen, was eine plötzliche Selbstbefreiung des Wales ermöglichen könnte.
Die konkreten Maßnahmen umfassen:
- DLRG-Boote befinden sich im Stand-by-Modus
- Für den Fall des Losschwimmens ist eine Lenkung des Wales vorbereitet
- Eine sichere Begleitung bis in die Nordsee und weiter in den Atlantik ist gewährleistet
Hintergrund der Rettungsaktion
Die Initiative wird von Unternehmerin Karin Walter-Mommert und Mediamarkt-Gründer Walter Gunz finanziert und arbeitet eng mit Behörden zusammen. Das Umweltministerium beobachtet die Aktion und stimmt sich kontinuierlich mit den Verantwortlichen ab. Der geschwächte Wal liegt bereits seit 20 Tagen in der Wismarbucht vor der Insel Poel.
Transportplan für den Notfall
Falls der Wal nicht selbstständig losschwimmt, bleibt der ursprüngliche Rettungsplan bestehen:
- Unter den Wal wird eine zwischen Pontons befestigte Plane geführt
- Damit soll er aus dem flachen Bereich geborgen werden
- Die Pontons werden von einem Schlepper an einer langen Leine gezogen
- Der Transport erfolgt anschließend Richtung Nordsee
Messungen des Umweltministeriums haben ergeben, dass der Buckelwal beeindruckende 12,35 Meter Länge, 3,20 Meter Breite und 1,60 Meter Höhe aufweist. Diese Dimensionen stellen besondere Anforderungen an die Rettungsaktion, die das Team professionell bewältigen will.
Die Situation bleibt dynamisch: Während das Team weiterhin auf den geplanten Transport vorbereitet ist, könnte der steigende Wasserstand eine unerwartete Wendung bringen. In jedem Fall ist man für beide Szenarien gerüstet und kann schnell reagieren, um dem gestrandeten Meeressäuger die Rückkehr in seinen natürlichen Lebensraum zu ermöglichen.



