Erster Wolfsangriff auf Menschen in Deutschland: Frau in Hamburg gebissen
Erster Wolfsangriff auf Menschen in Deutschland

Erster Wolfsangriff auf Menschen in Deutschland seit Wiederansiedlung

In Deutschland ist nach Angaben der Behörden erstmals ein Mensch von einem Wolf angegriffen worden, seit sich die Tiere vor fast 30 Jahren wieder in deutschen Wäldern ausgebreitet haben. Der Vorfall ereignete sich in Hamburg und stellt einen historischen Einzelfall dar.

Angriff in Hamburger Einkaufsmeile

Der Angriff des später eingefangenen Tieres hat laut den Behörden in Hamburg-Altona in der Nähe eines Ikea-Marktes in der Großen Bergstraße stattgefunden. Eine Frau wurde dabei von dem mutmaßlichen Wolf gebissen. Wie es genau zu dem Vorfall kam, ist noch nicht abschließend geklärt, sagte ein Sprecher der Umweltbehörde. Die Hintergründe werden derzeit intensiv untersucht.

Einfang des Tieres an der Binnenalster

Das Tier – nach Behördenangaben ein Wolf – war am späten Abend in der Hamburger Innenstadt eingefangen worden. Am Anleger an der Binnenalster zog die Polizei das Tier mit einer Schlinge aus dem Wasser, wie ein Sprecher des Lagezentrums am Abend schilderte. Die Maßnahmen zur Sicherung des Gebietes wurden umgehend eingeleitet.

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Expertenmeinung zur Wahrscheinlichkeit

Der Wolfs-Experte der Deutschen Wildtierstiftung, Klaus Hackländer, hält es nach den derzeitigen Informationen für realistisch, dass es sich bei dem Tier tatsächlich um einen Wolf handelte. "Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Wolf in eine Siedlung oder sogar in eine Stadt geht, ist groß aufgrund der hohen Anzahl an Wölfen, die wir mittlerweile haben", erklärte Hackländer. Rund 150 Jahre lang galt der Wolf in Deutschland als ausgerottet, erst nach dem Mauerfall kamen mehrere Tiere über Polen zurück.

Historischer Kontext und aktuelle Verbreitung

Seit der Wiederansiedlung im Jahr 1998 haben sich Wölfe in Deutschland stark vermehrt. Heute streifen sie durch die Wälder zahlreicher Bundesländer. Dieser Angriff markiert jedoch den ersten dokumentierten Fall eines Wolfsangriffs auf einen Menschen in diesem Zeitraum. Eine Sprecherin des Bundesamts für Naturschutz betonte: "Es gab noch keinen solchen Fall seit der Wiederansiedlung seit 1998."

Die Behörden arbeiten nun daran, die genauen Umstände des Vorfalls aufzuklären und weitere Sicherheitsmaßnahmen zu prüfen, um ähnliche Vorkommnisse in Zukunft zu verhindern.

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