Demonstranten dringen zu sterbendem Buckelwal vor - Polizei muss eingreifen
Demonstranten dringen zu sterbendem Buckelwal vor

Demonstranten dringen zu sterbendem Buckelwal vor - Polizei muss eingreifen

Die dramatische Situation um den gestrandeten Buckelwal in der Wismarbucht bei Poel in Mecklenburg-Vorpommern hat sich weiter zugespitzt. Nachdem Rettungsversuche bereits Anfang April eingestellt wurden, weil Experten dem Tier nicht mehr helfen können, kam es am Montag zu einem Zwischenfall mit Demonstranten.

Eindringen in den Sperrbereich

Laut Angaben des Schweriner Umweltministeriums drangen mehrere Teilnehmer einer Demonstration in den abgesperrten Bereich um die Bucht ein, in der der sterbende Wal im flachen Wasser liegt. Polizeibeamte mussten knapp zehn Personen zurückdrängen, die offenbar zu nah an das geschwächte Tier heranwollten.

Rund 50 Demonstranten hatten sich an einem der abgesperrten Zugänge zum Wasser versammelt, wie ein Ministeriumssprecher berichtete. Weitere Aktionen habe es nicht gegeben, und über Nacht sei alles ruhig geblieben. Der Sprecher teilte am Morgen mit, dass der Wal noch lebe, auch wenn seine Atmung nur noch über einen Livestream zu erkennen sei.

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Zustand des Wals verschlechtert sich weiter

Unterdessen geht es dem Buckelwal, der bereits seit dem 31. März in der Bucht liegt, zusehends schlechter. Umweltminister Till Backhaus (SPD) teilte am Montag mit, dass wissenschaftliche Berater davon ausgehen, dass sich Wasser in der Lunge des Wals sammelt. Dies sei ein deutlicher Hinweis darauf, dass seine Organe schwer geschädigt seien.

„Dies mitansehen zu müssen, fällt allen Beteiligten schwer“, so der Minister. Bereits vor einigen Tagen war festgestellt worden, dass sich die Atmung des Tieres verändert hatte. Die letzten Rettungsversuche waren am 1. April eingestellt worden, um den Wal in Frieden gehen zu lassen.

Wiederholte Versuche, zum Wal zu gelangen

Der Ministeriumssprecher berichtete, dass in den vergangenen Tagen bereits mehrfach Menschen versucht hätten, zu dem Wal zu gelangen. Unter anderem war eine Frau im Neoprenanzug von einer Insel-Fähre ins Wasser gesprungen. Zwei Tieflader, die auf einem Parkplatz in der Nähe des Sperrbereiches standen, mussten inzwischen unter Polizeibegleitung die Insel verlassen.

Die Organisation, die die Lastwagen und ein Baggerschiff auf die Insel gebracht hatte, kritisierte das Vorgehen der Polizei als unverhältnismäßig. Einsatzkräfte und Organisationen wie Greenpeace hatten im Zusammenhang mit dem Fall des Buckelwals immer wieder mit Schmähungen und Drohungen zu kämpfen.

Private Rettungsinitiativen gescheitert

Private Initiativen zu möglichen Rettungsmaßnahmen für den Wal scheiterten bislang vor dem Schweriner Verwaltungsgericht. Am Wochenende gab es einen Mobilisierungsversuch, bei dem Walgesänge abgespielt wurden, um das Tier zu einer Befreiung aus eigener Kraft zu bewegen – dieser blieb erfolglos.

Die Polizei hat die Zugänge zur Bucht weiterhin abgesperrt, um das Tier vor weiteren Störungen zu schützen. Die Situation bleibt angespannt, während der Wal seinen letzten Stunden entgegensieht.

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