Schleimige Frühlingsboten: Schnecken starten früher als erwartet
Regen im Wechsel mit Sonnenschein und Wind, gepaart mit relativ milden Temperaturen – diese Wetterkombination lockt derzeit ungebetene Gäste in die Gärten Deutschlands. Die Schneckenzeit hat begonnen, und die schleimigen Tiere sind bereits aktiv. Wetterexperte Dr. Karsten Brandt bestätigt gegenüber BILD: „Ich habe selbst welche in meinem Garten gesehen und gleich fotografiert. Das ist schon früh für die Schnecke.“ Besonders aus dem Westen Deutschlands gebe es zahlreiche Rückmeldungen über frühe Schneckenaktivitäten.
Frühlings-Achterbahn schafft perfekte Bedingungen
Der Grund für das überraschende Schnecken-Comeback liegt laut Brandt auf der Hand: Die Nächte waren zuletzt ungewöhnlich mild, und auch der trübe Sonntag brachte immer wieder Regen. Diese Frühlings-Achterbahn mit ihren wechselhaften Bedingungen sei ein wahres Paradies für Schnecken. Vera Baumert, Naturschutzexpertin bei Greenpeace und passionierte Hobbygärtnerin, bestätigt diesen Trend: „Es regnet immer wieder ein bisschen. Dann kommen die Tiere raus und suchen Nahrung. Sie fühlen sich wohl, wenn es feucht ist und langsam wärmer wird.“ Dieses Verhalten sei typisch für die aktuelle Jahreszeit.
Wechselhaftes Wetter am Montag und Dienstag
Der Montag bleibt in vielen Regionen Deutschlands schneckenfreundlich: Verregneter Himmel mit Temperaturen zwischen 9 und 12 Grad bietet ideale Bedingungen. Allerdings gibt es sonnige Ausnahmen: Im Osten und Südosten bleibt es trocken, die Temperaturen steigen deutlich an. In Bayern werden bis zu 17 Grad erreicht, im Raum Passau sogar bis zu 21 Grad. In Sachsen sind ebenfalls bis zu 20 Grad möglich.
Meteorologe Dominik Jung erklärt: „Der Rest des Landes versteckt sich unter dichten Wolken. Regen zieht durch, im Süden sogar mit Gewitterlaune. Dazu ein böiger Wind, der die Luft ordentlich aufmischt.“ Leider fliegen im Wind auch die Pollen, was für Allergiker spürbar werden könnte.
Am Dienstag dreht sich die Wetterlage: Berlin, Brandenburg, Sachsen und Bayern müssen mit schlechterem Wetter rechnen, während im Westen und Südwesten die Sonne öfter scheint. Dr. Karsten Brandt fasst zusammen: „Die Woche wird eher durchwachsen und verregnet. Man weiß gar nicht, was man anziehen soll, Regenjacke oder doch eher leichter Pullover.“
Temperaturen steigen langsam an
Dominik Jung ergänzt: „Unterm Strich: Eine Woche mit allem, was der Frühling zu bieten hat – Sonne, Schauer, Gewitter und spürbar steigenden Temperaturen.“ Für Gartenfreunde biete dies viele Chancen, für Allergiker stelle es eher eine Herausforderung dar.
Nicht alle Schnecken sind schädlich
Doch nicht jede Schnecke stellt eine Gefahr für den Salat im eigenen Garten dar. Vera Baumert erklärt: „Die problematische Art ist die spanische Wegschnecke, eine invasive Art einer braunen Nacktschnecke.“ Diese habe kaum natürliche Fressfeinde, habe sich aufgrund mangelnder Biodiversität massiv ausgebreitet und komme besser durch die von der Klimakrise verursachten milden Winter. Die zuletzt längeren Frostperioden könnten die Anzahl etwas dezimiert haben, doch das bleibe abzuwarten.
Wichtig ist laut Baumert: „Nicht jede Schnecke ist schlecht fürs Beet, daher sollte kein Schneckenkorn eingesetzt werden.“ Das Gift bedeute einen langen, qualvollen Tod für die Tiere. „Die Weinbergschnecke zum Beispiel ist streng geschützt.“ Auch Schnirkelschnecken mit ihrem Haus auf dem Rücken oder der Tigerschnegel, die sich von abgestorbenen Pflanzenresten und sogar Eiern invasiver Schneckenarten ernähren, seien wichtig und gut für die Natur.



