Boris Palmer fordert Abschuss von Nilgänsen: Keine Gnade für Küken zum Schutz heimischer Arten
Palmer fordert Abschuss von Nilgänsen zum Artenschutz

Boris Palmer fordert drastische Maßnahmen gegen invasive Nilgänse

Der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer (53) hat eine kontroverse Forderung aufgestellt: Um heimische Arten zu schützen, verlangt er den Abschuss von Nilgänsen und deren Küken. Die invasive Vogelart breitet sich bundesweit aus und verdrängt insbesondere Stockenten aus städtischen Grünanlagen.

Kein Platz für Sentimentalität in Tübinger Parks

Im Tübinger Anlagenpark am Bahnhof haben sich Nilgänse massiv vermehrt und dominieren mittlerweile das Ökosystem. Palmer zeigt sich unnachgiebig: "Ich habe die Verwaltung um ein Konzept zur Nilgans-Bekämpfung gebeten. Dafür wären Ausnahmegenehmigungen für die Jagd innerhalb des Stadtgebiets nötig", erklärt der Rathaus-Chef. Vom Gemeinderat kam jedoch Widerstand mit der Frage, ob tödliche Maßnahmen vermeidbar wären.

Der Oberbürgermeister rechnet mit dramatischen Folgen bei Untätigkeit: "Zehn Junge pro Paar. Nach wenigen Jahren sind wir bei dieser Reproduktionsrate bei tausend Exemplaren". Seine Warnung ist deutlich: "Wenn wir nichts tun, haben wir hier bald Zustände wie am Eckensee in Stuttgart."

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Nilgänse verdrängen heimische Stockenten

Palmer beobachtet mit Sorge, wie die invasiven Vögel das ökologische Gleichgewicht stören. "Mit Ankunft der Nilgänse sind die hübschen Stockenten im Park verschwunden", berichtet er. "Nilgänse verdrängen heimische Arten und zerstören deren Nester." Die Tiere fressen Liegewiesen kahl und hinterlassen große Mengen Kot, was die Nutzung der Grünflächen erheblich beeinträchtigt.

Bei einem Ortstermin im Park zeigt Palmer auf eine Nilgans mit zehn Küken: "Die müsste ein Jäger sofort abschießen. Das macht der in einer Minute." Er kritisiert dabei insbesondere Tierschützer: "Zu viele Tierschützer schüren Sentimentalismus. Damit blockieren sie notwendige Maßnahmen und verschlimmern das Problem."

Unterschiedliche Herangehensweisen in deutschen Städten

Während Palmer in Tübingen auf Abschüsse drängt, verfolgen andere Kommunen unterschiedliche Strategien:

  • In Stuttgart setzt Stadtjäger Christian Schwenk auf Vergrämungsmaßnahmen: "Eine Reduktion ist zurzeit nicht notwendig". Man wolle die Tiere mit Drohnen beunruhigen und auf andere Flächen umsiedeln.
  • In Köln wird dagegen bereits geschossen. Laut Berichten lässt die Stadt an den Außenrändern die Vögel töten, um deren Ausbreitung einzudämmen.

Palmer kritisiert die bürokratischen Hürden, die effektive Maßnahmen erschweren: "Sie erschwert den Abschuss und sorgt dafür, dass die Natur durch diese invasiven Tiere zerstört wird." Sein pragmatischer Vorschlag: "Mit einer Ausnahmegenehmigung für einen Jäger könnte man das schnell und sicher lösen."

Die Diskussion um den Umgang mit invasiven Arten zeigt die Spannung zwischen Artenschutz, Tierschutz und praktischer Stadtplanung. Während einige auf schonende Vergrämung setzen, fordert Palmer entschlossenes Handeln, bevor sich die Population unkontrolliert ausbreitet.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration