Geranien auf Balkon und Terrasse: Warum sie für Bienen und Hummeln nutzlos sind
Geranien leuchten in kräftigen Rottönen, Pink und Rosa und gelten als Klassiker auf deutschen Balkonen und Terrassen. Besonders im Süden Deutschlands sind sie fast schon ein Standard in der sommerlichen Bepflanzung. Mit ihren üppigen Blüten verbreiten sie einen nostalgischen Charme und sind bei Hobbygärtnern äußerst beliebt. Sie sind robust, pflegeleicht und dekorativ, was sie zur idealen Wahl für Einsteiger macht. Doch trotz ihrer optischen Vorzüge haben Geranien einen gravierenden Nachteil: Sie bieten kaum Nutzen für die heimische Insektenwelt.
Beliebte Pflanzen ohne ökologischen Wert
Selbst für unerfahrene Gärtner sind Geranien eine sichere Wahl, da sie langlebig und remontierend sind. Das bedeutet, sie blühen nach einem Rückschnitt erneut auf, wie Cornelis Hemmer von der Stiftung für Mensch und Umwelt und der Initiative „Deutschland summt!“ erklärt. Diese Eigenschaft macht sie attraktiv für alle, die mit minimalem Aufwand Farbe in ihren Außenbereich bringen möchten. Allerdings sind Geranien aus ökologischer Sicht problematisch, da sie nahezu keinen Nektar produzieren und somit für Bienen, Hummeln und andere Bestäuber wertlos sind.
Keine Nahrung für Bestäuber
Für die Artenvielfalt bringen Geranien so gut wie nichts. Honigbienen, Wildbienen und Hummeln finden auf diesen Pflanzen kaum Nahrung, da sie frei von Pollen und Nektar sind. Die Pollenausbeute fällt entsprechend gering aus, was die Situation für heimische Bestäuber verschärft. In einer Zeit, in der das Insektensterben zunimmt, ist dies ein kritischer Punkt. Experten wie Hemmer betonen daher, dass es wünschenswert ist, insektenfreundlichere Alternativen zu pflanzen, um die Biodiversität zu fördern.
Insektenfreundliche Alternativen zu Geranien
Wer auf die kräftigen Farben von Geranien nicht verzichten möchte, muss sie nicht komplett verbannen. Es gibt jedoch sinnvolle Alternativen, die sowohl dekorativ als auch ökologisch wertvoll sind. Laut einem Bericht von „Ökotest“ bieten sich beispielsweise Wildgeranien an, die zwar weniger üppig blühen, aber mehr Nahrung für Insekten liefern. Auch Edelgeranien schneiden besser ab, da sie etwas mehr Nektar und Blütenstaub bilden. Duftgeranien gelten ebenfalls als insektenfreundlichere Option und haben den zusätzlichen Vorteil, dass sie Mücken fernhalten. Eine Kombination aus Geranien mit gefüllten Blüten und bienenfreundlichen Pflanzen kann ebenfalls eine gute Lösung sein, um sowohl ästhetische als ökologische Ansprüche zu erfüllen.
Insgesamt zeigt sich, dass die Wahl der Balkonpflanzen einen direkten Einfluss auf die heimische Insektenwelt hat. Während Geranien optisch überzeugen, sollten Gartenfreunde vermehrt auf Arten setzen, die auch ökologische Vorteile bieten, um einen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt zu leisten.



