Umweltminister empört über Verzögerungen bei Atommüll-Bergung aus Asse
Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer (Grüne) hat sich in deutlichen Worten über neue Verzögerungen bei der geplanten Bergung des radioaktiven Abfalls aus der maroden Schachtanlage Asse geäußert. Der Politiker zeigte sich zuletzt empört über die aktuelle Zeitplanung, nachdem die zuständige Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) mitgeteilt hatte, dass der bisher anvisierte Rückholbeginn im Jahr 2033 nicht mehr realisierbar sei.
Gesetzlicher Auftrag zur Bergung
In der Schachtanlage im Landkreis Wolfenbüttel lagern in insgesamt 13 Kammern etwa 126.000 Fässer mit schwach- und mittelradioaktiven Abfällen. Diese wurden in den 1960er und 1970er Jahren dort eingelagert. Da die Asse als instabil gilt und absäuft, besteht der gesetzliche Auftrag – die sogenannte Lex Asse – das Bergwerk unverzüglich zu räumen und stillzulegen.
„Ich bin empört, dass die beschlossene Räumung der Asse immer weiter verzögert wird und das bisherige Datum 2033 nun aufgegeben wird“, sagte Meyer. Der Umweltminister forderte entschlossenes Handeln: „Die versprochene und gesetzlich fixierte schnellstmögliche Rückholung darf nicht auf den Sankt-Nimmerleinstag verschoben werden.“
Forderungen an die Bundesregierung
Meyer appellierte an die Bundesregierung, sicherzustellen, dass die BGE sich strikt an das Asse-Gesetz hält und die Räumung des Bergwerks endlich mit der notwendigen Entschlossenheit angeht. Die BGE mit Sitz in Peine ist für die komplexe Rückholoperation verantwortlich, die aufgrund der instabilen Gegebenheiten in der Schachtanlage besondere Herausforderungen birgt.
Der Umweltminister betonte, dass weitere Verzögerungen nicht akzeptabel seien. Die Bergung der radioaktiven Abfälle sei nicht nur eine rechtliche Verpflichtung, sondern auch eine Frage der Sicherheit für die Bevölkerung und die Umwelt in der Region Niedersachsen.



