Kenia: Über 80 Tote nach verheerenden Regenfällen - Flüsse treten über die Ufer
Nach heftigen und anhaltenden Regenfällen in Kenia sind in dem ostafrikanischen Land nach offiziellen Angaben des Innenministeriums bereits mindestens 88 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 34.000 Menschen mussten bisher vor den gewaltigen Wassermassen fliehen und ihre Häuser verlassen. Die Situation bleibt angespannt, da weiterhin schwere Niederschläge gemeldet werden.
Früher und massiver Beginn der Regenzeit
Die alljährliche Regenzeit, die üblicherweise erst in der zweiten Märzhälfte beginnt, setzte in diesem Jahr bereits einen ganzen Monat früher und mit ungewöhnlicher Heftigkeit ein. Im Großraum Nairobi sowie in Westkenia verwandelten sich Straßen innerhalb kürzester Zeit in reißende Flüsse, die Fußgänger und Autofahrer völlig überraschten. Viele Menschen wurden von den plötzlichen Fluten mitgerissen und ertranken, andere erlitten tödliche Stromschläge durch offen liegende oder abgerissene Stromkabel.
Flüsse treten über die Ufer - Evakuierungen notwendig
In Westkenia trat der Fluss Nyando über die Ufer und überschwemmte zahlreiche Straßen in der Umgebung von Kisumu, der drittgrößten Stadt des Landes. In Nairobi hatten die Behörden am Wochenende die Bewohner tiefergelegener Stadtteile bereits zum Verlassen ihrer Häuser und Wohnungen aufgefordert. Grund dafür ist die akute Gefahr, dass ein Flussdeich brechen und diese Gebiete vollständig überfluten könnte. Das kenianische Rote Kreuz berichtete über umfangreiche Evakuierungsmaßnahmen, darunter die Rettung von Schülern aus gefährdeten Schulen in Westkenia.
Klimawandel verstärkt Extremwetterereignisse
Infolge des fortschreitenden Klimawandels häufen sich Extremwetterereignisse auch in dem ostafrikanischen Land - mit ganz unterschiedlichen und teils widersprüchlichen Erscheinungen: Während sich die Menschen im Westen und in der dicht bevölkerten Hauptstadt Nairobi vor den anhaltenden Sturzregen und Überschwemmungen sorgen, leidet der Norden des Landes seit mehreren Monaten unter einer schweren Dürre. Diese klimatischen Gegensätze stellen die kenianischen Behörden vor enorme Herausforderungen bei der Katastrophenbewältigung und zeigen die vielfältigen Auswirkungen der globalen Erwärmung in der Region.



