Arbeitskampf auf der Mülldeponie Rosenow: Verdi setzt Arbeitgeber mit Warnstreik unter Druck
In Rosenow bei Stavenhagen kam es am Montag erneut zu einem ganztägigen Warnstreik auf der Mülldeponie. Bereits zum fünften Mal in diesem Monat legten Mitarbeiter die Arbeit nieder, um für höhere Löhne zu protestieren. Die Gewerkschaft Verdi will damit den Arbeitgeber und seine Gesellschafter weiter unter Druck setzen.
Forderung nach 500 Euro mehr Lohn pro Monat
Verdi fordert für die Beschäftigten der Ostmecklenburgisch-Vorpommerschen Verwertungs- und Deponie GmbH (OVVD) und seiner Tochter ABG (Abfallbehandlungs- und -entsorgungsgesellschaft) eine monatliche Lohnerhöhung von 500 Euro. Dieser Forderung steht der Arbeitgeber jedoch ablehnend gegenüber.
OVVD- und ABG-Geschäftsführer Eiko Potreck erklärte, dass etwa 40 Prozent der Belegschaft am Montag streikten. Die Abfallentsorgung sei dennoch in einem Notbetrieb gesichert worden. Potreck hält die Gewerkschaftsforderung für überzogen und wirtschaftlich nicht tragbar.
Arbeitgeber bietet nur 2,5 Prozent mehr Lohn
Der Arbeitgeber bietet stattdessen eine Lohnerhöhung von 2,5 Prozent für eine Laufzeit von zwölf Monaten an. Potreck betonte, dass dieses Angebot angemessen sei. Durchschnittlich verdienen die Mitarbeiter derzeit 3200 Euro brutto, was mit dem Angebot zu einer monatlichen Erhöhung von 80 Euro führen würde.
„Mehr können wir nicht, wir können uns keine großen Sprünge leisten“, so Potreck. Er verwies auf wirtschaftliche Schwierigkeiten, da die Müllmengen-Zahlen im Keller lägen. Im Januar und Februar sei nur wenig Müll angefallen, was ein Minus von rund 370.000 Euro bedeute.
Drohender Scheitern der Verhandlungen und Umweltbedenken
Die Verhandlungen zwischen Gewerkschaft und Arbeitgeber drohen nun zu scheitern. Sollte keine Einigung erzielt werden, könnte sich der Arbeitskampf ausweiten und nicht mehr auf Warnstreiks beschränkt bleiben.
Die OVVD hat Verdi für diesen Fall aufgefordert, eine Notfall-Vereinbarung abzuschließen. Potreck warnte, dass die Kläranlage und die Abluftanlage auf dem Deponiegelände laufen und gewartet werden müssten, um Umweltschäden zu vermeiden. Eine Beratung zwischen beiden Seiten habe in der vergangenen Woche bereits stattgefunden, jedoch ohne konkretes Ergebnis.
Verdi hält das Angebot des Arbeitgebers für zu wenig und beharrt auf der Forderung nach einer signifikanten Lohnerhöhung. Der Konflikt verdeutlicht die angespannte Situation im Abfallsektor und die Herausforderungen, vor denen sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber in der Region stehen.



