Templin: 150.000 Euro für Papierkörbe - Reicht eine Kehrmaschine für saubere Kurstadt?
Templin: 150.000 Euro für Papierkörbe - Sauberkeit vor Ostern

Templin bereitet sich auf saubere Ostersaison vor

Eine Woche vor dem Osterfest hat der Wirtschaftshof der Stadt Templin damit begonnen, die Kehrmaschine durch das Stadtgebiet und die umliegenden Ortsteile zu schicken. Das Ziel ist klar: Das Thermalsoleheilbad soll zum Saisonstart einen makellosen und einladenden Eindruck hinterlassen. Doch bereits jetzt gibt es kontroverse Diskussionen über die Sauberkeit der Stadt und die Effektivität der geplanten Maßnahmen.

Kritik an aktueller Sauberkeit

In den jüngsten Ausschusssitzungen äußerten mehrere Stadtverordnete deutliche Kritik am aktuellen Zustand. „Die Stadt ist dreckig, wie lange nicht“, konstatierte Prof. Dr. Olaf Burkhardt von der Uckermärker Heide-BfVG-WbV-Fraktion im Stadtentwicklungsausschuss. Der Politiker bezweifelte öffentlich, dass die eingesetzte Kehrmaschine ausreichen werde, um den gesamten Streusand des Winters aufzunehmen.

Burkhardt schlug vor, bei Bedarf zusätzlich private Dienstleister zu engagieren, um die Reinigungsarbeiten zu unterstützen. Christian Bork von der AfD-Fraktion mahnte zudem an, dass der Wirtschaftshof zeitnah nach Markttagen und vor größeren Veranstaltungen die Papierkörbe im Marktbereich noch einmal leeren müsse. Beim jüngsten Frühlingsfest sollen die Behälter bereits übervoll gewesen sein.

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Wirtschaftshof sieht Herausforderungen gelassen

Die zuständige Fachbereichsleiterin Silke Gisder versprach im Bauausschuss, die Anliegen erneut mit dem Wirtschaftshof zu thematisieren. Sie erklärte, dass die Winterreinigung der Straßen und Wege im bewährten Zwei-Schichtsystem erfolge. Den ihr vorliegenden Informationen zufolge sollte der Wirtschaftshof die anstehenden Aufgaben bewältigen können.

Gisder nutzte die Gelegenheit, um den Aufwand der Papierkorb-Bewirtschaftung detailliert darzulegen. Sie wies darauf hin, dass Forderungen nach zusätzlichen Papierkörben wohlüberlegt sein müssten, da bereits die bestehende Infrastruktur erhebliche Kosten verursache.

150.000 Euro jährlich für Papierkörbe

Der Wirtschaftshof betreut im Templiner Stadtgebiet insgesamt 280 Papierkörbe, in den Ortsteilen kommen weitere 30 Behälter hinzu. Alle Körbe werden grundsätzlich einmal wöchentlich geleert. Besondere Aufmerksamkeit erfahren die Papierkörbe am Markt: Diese werden dienstags und freitags sowohl morgens als auch abends angefahren.

Die Kosten für Bewirtschaftung und Unterhalt allein der Papierkörbe belaufen sich jährlich auf rund 150.000 Euro. Diese Summe umfasst nicht nur die regelmäßigen Leerungen, sondern auch Wartung, Reparaturen und den Austausch beschädigter Behälter.

Appell an Bürgerbeteiligung

Bürgermeister Christian Hartphiel von der SPD appellierte in beiden Fachausschüssen an die Stadtverordneten und die Bürgerschaft. Er forderte dazu auf, hinzuschauen und erzieherisch einzuwirken, wenn Müll oder Zigarettenkippen achtlos weggeworfen werden. „Wenn nicht alle aufeinander achteten und an einer saubereren Stadt arbeiteten, kommen wir nicht weiter“, betonte der Bürgermeister nachdrücklich.

Die Diskussionen zeigen, dass Sauberkeit in Templin nicht nur eine Frage der städtischen Infrastruktur ist, sondern auch des gemeinsamen Engagements aller Beteiligten. Mit der Ostersaison vor der Tür bleibt abzuwarten, ob die getroffenen Maßnahmen ausreichen werden, um der Kurstadt den gewünschten sauberen Eindruck zu verleihen.

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