Münchner Schuhhandel startet Recycling-Initiative: Alte Schuhe am Stachus abgeben
Münchner Schuhhandel startet Recycling-Initiative am Stachus

Münchner Schuhhandel startet Recycling-Initiative: Alte Schuhe am Stachus abgeben

Seit dem 1. April 2026 bietet das Münchner Familienunternehmen Tretter in seinem Flagshipstore am Stachus ein besonderes Service an: Kunden können dort alte Schuhe, die sie nicht mehr tragen möchten, direkt an der Kasse abgeben. Diese Aktion mit dem Namen "Second Cycle" zielt darauf ab, ein deutliches Zeichen für mehr Kreislaufwirtschaft in der Schuhbranche zu setzen und wertvolle Ressourcen zu schonen.

Rabatt als Anreiz und professionelles Recycling

Als Dankeschön für die Abgabe erhalten die Kunden einen Gutschein über zehn Prozent Rabatt auf den Kauf eines neuen Paars Schuhe. Die gesammelten Schuhe werden anschließend an den niederländischen Recycling-Spezialisten Fast Feet Grinded übergeben. In einem technischen Verfahren zerlegt dieser die Schuhe in ihre einzelnen Bestandteile und Materialien, die dann wiederverwendet werden können – beispielsweise in der Produktion von neuen Schuhen, Möbeln oder Bodenbelägen.

Luca Tretter, Vertreter des Unternehmens, betont: "Viele Schuhe landen nach ihrem Lebenszyklus noch immer in der Verbrennung, obwohl sie wertvolle Materialien enthalten." Die Kosten für das Recycling teilen sich die Stadt München und Tretter, was die gemeinsame Verantwortung unterstreicht.

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Pilotprojekt im Rahmen des Zero Waste Innovation Hubs

Die Initiative wird von mehreren Partnern begleitet und entsteht im Rahmen des Zero Waste Innovation Hubs (ZWIH) des Referats für Arbeit und Wirtschaft der Stadt München. Ziel ist es, München auf dem Weg zur Zero Waste City 2035 voranzubringen. Christian Scharpf, Wirtschaftsreferent der Stadt, erklärt: "Dieses Pilotprojekt im Rahmen des Münchner Zero Waste Innovation Hubs ist für uns einzigartig und wertvoll. Es liefert wichtige Erkenntnisse zur Rolle des Handels bei Produktrücknahmesystemen."

Circular Republic, eine Initiative von UnternehmerTUM, Europas größtem Zentrum für Innovation und Gründung, hat im Auftrag des Wirtschaftsreferats das Projekt mitinitiiert und betreut es weiter. Diese Zusammenarbeit zeigt, wie Innovation und Nachhaltigkeit Hand in Hand gehen können.

Hintergrund: Globale Herausforderungen in der Schuhindustrie

Laut Angaben von Tretter werden weltweit jedes Jahr rund 24 Milliarden Paar Schuhe produziert. Nach ihrer Nutzung landen die meisten davon in der Verbrennung oder auf Deponien – weniger als ein Prozent wird bislang recycelt. Dies unterstreicht die Dringlichkeit solcher Initiativen, um die Umweltbelastung zu reduzieren und Kreislaufwirtschaft zu fördern.

Das Pilotprojekt am Stachus dient somit als Modell, das potenziell auf andere Standorte und Branchen übertragen werden könnte. Es kombiniert praktische Kundenvorteile mit ökologischer Verantwortung und städtischer Unterstützung, um nachhaltige Lösungen voranzutreiben.

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