Knapp fünf Jahre nach seinem Rückzug aus der Politik treibt Österreichs Ex-Kanzler Sebastian Kurz seine Karriere als Unternehmer voran. Die Cybersecurity-Firma Dream, an der Kurz mit 15 Prozent beteiligt ist, hat nach eigenen Angaben eine weitere Finanzierungsrunde über 260 Millionen Dollar (226 Millionen Euro) erfolgreich abgeschlossen. Damit steige die Unternehmensbewertung dreieinhalb Jahre nach der Gründung auf drei Milliarden Dollar, teilte das auf künstliche Intelligenz spezialisierte Unternehmen mit.
Wachstum und Mitarbeiterzahl
„Wir sind noch ein junges Unternehmen, aber wir sind sehr dankbar, dass sich alles in die richtige Richtung entwickelt und wir schnell wachsen“, sagte Kurz laut der Nachrichtenagentur dpa. Die entscheidende Frage für Staaten sei nicht mehr, ob sie künstliche Intelligenz einsetzten, sondern ob sie diese auch besäßen, betrieben und vollständig kontrollierten, so der ehemalige Kanzler. „Andernfalls begeben sie sich in eine kritische Abhängigkeit von anderen Staaten, wie beispielsweise China oder den USA.“
Dream sieht sich als ein führender KI-Anbieter im Bereich kritischer Infrastruktur von Staaten. Das Unternehmen beschäftigt aktuell rund 350 Mitarbeiter in Wien, Abu Dhabi und Tel Aviv. Die Zahl der Beschäftigten hat sich den Angaben zufolge binnen eines Jahres fast verdoppelt.
Hintergrund zu Sebastian Kurz
Kurz war angesichts von Korruptionsermittlungen der Staatsanwaltschaft 2021 als Chef einer Koalition aus konservativer ÖVP und Grünen zurückgetreten. Er bestreitet die Vorwürfe. Wenig später trat er auch als ÖVP-Vorsitzender ab und verabschiedete sich ganz aus der Politik. Ihm werden immer wieder Ambitionen nachgesagt, in die Politik zurückkehren zu wollen.



