Die Europäische Kommission hat einen Praxisleitfaden für Anbieter Künstlicher Intelligenz wie ChatGPT und Claude veröffentlicht. Dieser Leitfaden bereitet die bald verpflichtende Kennzeichnung von KI-Inhalten vor. Ziel ist es, mehr Transparenz im Internet zu schaffen, wo täuschend echte, aber künstlich erzeugte Inhalte immer häufiger vorkommen.
Kennzeichnung von Videos und Fotos
Laut dem Dokument sollen Videos und Fotos mit Etiketten versehen werden, die klarstellen, ob der Inhalt „KI generiert“ oder „KI modifiziert“ ist. Diese Markierungen könnten beispielsweise in einer Ecke des Bildes platziert werden. Bei Videos wird empfohlen, die Kennzeichnung direkt zu Beginn einzublenden und entweder dauerhaft sichtbar zu lassen oder in regelmäßigen Abständen wieder einzublenden. Zusätzlich sind interaktive Elemente vorgesehen: Wenn ein Nutzer mit der Maus über ein von KI verfälschtes Gesicht fährt, könnte ein Hinweis erscheinen.
Standards für Podcasts und Texte
Für Audiodateien, wie KI-generierte Podcasts, soll es zu Beginn eine gesprochene Ansage geben. Bei Texten sollen die KI-Etiketten über dem Text oder nahe der Überschrift angebracht werden. Für satirische oder künstlerische KI-Inhalte sollen die Labels den Genuss des Werks nicht beeinträchtigen, so der Verhaltenskodex der Brüsseler Behörde.
Verbindlichkeit und Inkrafttreten
Die Leitlinien selbst sind nicht verbindlich, dienen aber der Europäischen Kommission als Maßstab bei der Kontrolle des verbindlichen KI-Gesetzes. Die neuen Regeln treten grundsätzlich Anfang August in Kraft, jedoch sind große Anbieter aufgrund einer Verschiebung von Teilbereichen erst ab Dezember wirklich zur Umsetzung verpflichtet.



