Eiskunstlauf-WM in Prag: Malinin auf Titelkurs, Gartung im Finale
Bei der Eiskunstlauf-Weltmeisterschaft in Prag hat sich ein spannendes Wettkampfgeschehen entwickelt. Der US-amerikanische Superstar Ilia Malinin setzte im Kurzprogramm ein deutliches Ausrufezeichen und führt vor der entscheidenden Kür am Sonntag mit komfortablem Vorsprung. Gleichzeitig schaffte der deutsche Meister Genrikh Gartung als 23. von 24 Läufern die Qualifikation für das Kür-Finale.
Malinin mit beeindruckendem Comeback nach Olympia-Enttäuschung
Knapp sechs Wochen nach seinem enttäuschenden Olympia-Auftritt präsentierte sich Ilia Malinin in Prag in beeindruckender Form. Der 21-jährige US-Amerikaner, der mit kürzerer Frisur als noch bei den Olympischen Spielen in Mailand antrat, zeigte ein leicht modifiziertes und technisch fehlerfreies Kurzprogramm. Dabei verzichtete er bewusst auf den frühen Vierfach-Axel, was ihm offenbar half, den Druck besser zu managen.
Das Ergebnis konnte sich sehen lassen: Malinin erreichte einen persönlichen Bestwert von 111,29 Punkten und wurde vom Prager Publikum lautstark gefeiert. Sein Programm war nicht nur technisch sauber, sondern auch ausdrucksstark – inklusive des spektakulären Rückwärtssaltos, der zu seinen Markenzeichen gehört. Damit legte der Titelverteidiger den Grundstein für einen möglichen dritten WM-Titel in Folge nach seinen Siegen 2024 und 2025.
Das aktuelle Ranking nach dem Kurzprogramm
Die Konkurrenz liegt deutlich hinter Malinin zurück:
- 1. Ilia Malinin (USA): 111,29 Punkte
- 2. Adam Siao Him Fa (Frankreich): 101,85 Punkte
- 3. Alexander Selevko (Estland): 96,49 Punkte
- 6. Yuma Kagiyama (Japan): 93,80 Punkte (nach einem Sturz)
Auffällig abwesend ist der kasachische Überraschungs-Olympiasieger Michail Schaidorow, der nicht an der WM teilnimmt.
Gartung: Deutsche Hoffnung im Kür-Finale
Für Deutschland sorgte der 18-jährige Genrikh Gartung für positive Schlagzeilen. Der deutsche Meister und WM-Debütant erreichte mit 73,20 Punkten den 23. Platz und damit die Qualifikation für das Kür-Finale. Besonders beeindruckend war seine Kombination aus Vierfach-Flip und Dreifach-Toeloop.
„Meine Leistung war in Ordnung, aber nicht perfekt“, kommentierte Gartung selbstkritisch nach seinem Auftritt. „Ich habe erstmals zwei Vierfachsprünge in einem Kurzprogramm gezeigt. Der Stress war geringer als bei der EM, vielleicht, weil die WM der letzte Wettkampf der Saison ist.“ Der junge Vierfachspringer zeigte neben dem Vierfach-Flip auch einen Vierfach-Rittberger und bewies damit sein enormes technisches Potenzial.
Ausblick auf die Kür am Sonntag
Die Entscheidung über die Weltmeisterkrone fällt am Sonntag in der Kür. Während Malinin als klarer Favorit gilt, wird es spannend sein zu sehen, ob die Verfolger noch Druck machen können. Für Genrikh Gartung geht es darum, seine erste WM-Teilnahme mit einer soliden Kür abzurunden und wichtige Erfahrungen für die Zukunft zu sammeln. Die Eiskunstlauf-Weltmeisterschaft in Prag verspricht also auch am letzten Wettkampftag noch hochklassigen Sport.



