Biathletin Vanessa Voigt zieht sich nach Olympia-Viertem Platz aus sozialen Medien zurück
Nach der knapp verpassten Bronzemedaille im Einzelwettkampf bei den Olympischen Winterspielen in Antholz hat sich die deutsche Biathletin Vanessa Voigt eine Social-Media-Pause verordnet. Die 28-jährige Thüringerin kündigte auf Instagram an, sich bis nach den Olympischen Spielen aus den sozialen Netzwerken zurückzuziehen, um sich vollständig auf den Sport konzentrieren zu können.
„Wir sehen uns nach Olympia“ – Voigt setzt auf Fokus
„Wir sehen/hören uns nach Olympia. Hier wird es jetzt ruhig – mein Fokus liegt woanders. Die Menschen, die wirklich zählen, wissen, wie sie mich erreichen“, schrieb Voigt in ihrem Instagram-Post. Die Entscheidung fiel unmittelbar nach dem Einzelrennen über 15 Kilometer, bei dem sie mit nur 12,9 Sekunden Rückstand auf den dritten Platz den Sprung auf das Podest verpasste.
Bereits im Vorfeld hatte Voigt der ARD gegenüber ihre Erwartungen an die Reaktionen im Internet geäußert: „Klar, es sind wieder diese ewigen Themen, Laufzeit, Schießzeit, ich werde es jetzt schon wieder hören im Internet, wie es wieder drunter und drüber geht.“ Dennoch betonte sie, mit ihrer Leistung zufrieden zu sein: „Ich habe im olympischen Rennen wieder meine beste Leistung ausgepackt, ich kann mir nichts vorwerfen.“
Hass-Nachrichten und Kritik als Begleiter
Die Social-Media-Pause ist für Voigt keine neue Maßnahme. Die Biathletin sah sich bereits in der Vergangenheit regelmäßig mit Hass-Nachrichten und harscher Kritik im Internet konfrontiert, insbesondere nach enttäuschenden Leistungen. Nachdem sie bei Olympia zum zweiten Mal nacheinander über 15 Kilometer das Podest verfehlt hatte, erreichten sie erneut zahlreiche negative Kommentare.
In ihrem Instagram-Post nach dem Rennen zeigte sich Voigt dennoch selbstbewusst: „Während viele wieder kritisch über meine Laufzeit und Schießzeiten sprechen, stehe ich hier – und bin verdammt stolz.“ Sie verwies zudem auf die besonderen Umstände ihrer Saisonvorbereitung: „Denn kaum jemand redet über den Leistungs- und Trainingsrückstand, der entsteht, wenn ein Großteil einer vorolympischen Weltcupsaison wegbricht.“
Kampf zurück an die Weltspitze
Der Hinweis auf den Trainingsrückstand bezieht sich auf Voigts gesundheitliche Probleme im vergangenen Jahr. Die Athletin musste ihre Saison vorzeitig abbrechen, weil ihr Körper streikte, und konnte auch nicht an der Weltmeisterschaft in der Schweiz im Frühjahr 2025 teilnehmen. In der aktuellen Saison kämpfte sie sich jedoch zurück an das Weltcup-Niveau und qualifizierte sich souverän für die Olympischen Spiele.
Bereits in diesem Winter stand Voigt mit der Frauen-Staffel auf dem Podest, und der Olympia-Auftakt gelang mit der überraschenden Bronzemedaille in der Mixed-Staffel am vergangenen Sonntag. Insgesamt hat die erfahrene Biathletin in ihrer Karriere bereits jeweils zwei Medaillen bei Olympischen Winterspielen und Weltmeisterschaften gewonnen, hauptsächlich in Staffelwettbewerben.
„Es ist noch nicht vorbei“ – Voigt blickt nach vorn
Trotz der enttäuschenden Einzelplatzierung bleibt Voigt optimistisch für die verbleibenden Wettkämpfe in Südtirol. „Es ist noch nicht vorbei. Das war erst die zweite Medaillenchance“, schrieb die Athletin. Für sie sind in Antholz noch vier weitere Renneinsätze möglich, bei denen sie weitere Medaillenchancen wahrnehmen kann.
Mit ihrer Social-Media-Pause demonstriert Voigt, dass sie sich nicht von negativen Kommentaren ablenken lassen will. Stattdessen konzentriert sie sich vollständig auf die sportlichen Herausforderungen der verbleibenden Olympiatage. Die Entscheidung unterstreicht den professionellen Ansatz der Thüringerin, die trotz aller Widrigkeiten weiterhin zu den Hoffnungsträgerinnen des deutschen Biathlon-Teams gehört.



