Special Olympics: Janine Metz schwimmt für Inklusion und Gemeinschaft
Special Olympics: Janine Metz schwimmt für Inklusion

Janine Metz: Eine Powerfrau im Wasser

Janine Metz ist eine Powerfrau. In ihrem Zimmer hängen an der Wand Dutzende Medaillen: Gold, Silber und Bronze, die sie über die vergangenen Jahre im Schwimmen gewonnen hat. Jetzt könnten neue Ehrungen hinzukommen: Die 37-Jährige aus Jucken in der Eifel tritt bei den Special Olympics Nationalen Spielen für Menschen mit geistiger Behinderung ab dem 15. Juni im Saarland an.

„Ich freue mich, dass es bald losgeht“, sagt Metz mit einem herzlichen Lachen. Dabei ist sie in den Disziplinen 50 Meter Freistil, 25 Meter Rücken und in einer Staffel gemeldet. „Rücken ist meine Lieblingsdisziplin.“ Wie schnell sie ist? „Das weiß ich nicht“, sagt sie. Auch ihr Vater Franz Metz kennt die aktuellen Zeiten seiner Tochter nicht. „Darum geht es auch gar nicht“, betont er.

Kein Konkurrenzdruck, sondern Gemeinschaft

Vielmehr steht das Miteinander im Vordergrund. Klar wünschen sich die Teilnehmer bei den Special Olympics auch Medaillen. „Aber es herrscht keine Konkurrenz. Wenn es etwas gibt, ist es schön. Sonst war man eben dabei“, erklärt Franz Metz. Das sei das Besondere an diesem Wettbewerb: „Einer kann mit den anderen.“

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Wenn es einmal Diskussionen gebe, seien diese schnell vorbei. „Und dann ist wieder ein Miteinander.“ Dass jemand sagt, mit dem rede ich nicht mehr oder hinter dem Rücken schlecht rede – so etwas gebe es hier nicht, sagt der 71-Jährige, der im Präsidium der Special Olympics Rheinland-Pfalz sitzt.

Training und Leidenschaft seit 20 Jahren

Janine Metz, die das Down-Syndrom hat, hat das Schwimmen vor rund 20 Jahren für sich entdeckt. Sie trainiert einmal pro Woche in der Schwimmgruppe der Lebenshilfe Prüm im Eifelkreis Bitburg-Prüm. Ihr Schwimmteam besteht aus sieben Menschen mit Behinderung und vier sogenannten Unified-Mitgliedern, die keine Behinderung haben. Sie liebt das Training, erzählt sie, während sie ein Foto der Gruppe in ihrem Zimmer zeigt.

4.300 Athleten bei den Nationalen Spielen

Janine ist eine von 270 Sportlerinnen und Sportlern aus Rheinland-Pfalz, die bei den Special Olympics im Saarland in 14 Sportarten antreten, wie Landessprecher Wilfried Kootz mitteilt. Die jüngsten Teilnehmer sind zwölf Jahre alt, der älteste ist 84 und startet im Tischtennis.

„Seit vielen Monaten haben sie alle fleißig trainiert, um ihr Bestes zu geben“, sagt Kootz nach einer feierlichen Entsendungsfeier der Teilnehmenden aus Rheinland-Pfalz in Koblenz. Insgesamt treten bei den Nationalen Spielen im Saarland rund 4.300 Athletinnen und Athleten mit geistiger Behinderung in 27 Sportarten an.

Der Wettbewerb bis zum 20. Juni

Der Wettbewerb läuft bis zum 20. Juni und gilt als größtes inklusives Multisport-Event in Deutschland. Im Vorfeld findet seit dem 19. Mai ein bundesweiter Fackellauf statt: Er wird am heutigen Dienstag das Saarland erreichen. Termine sind in allen fünf saarländischen Landkreisen und dem Regionalverband Saarbrücken geplant, bevor die Fackel am 15. Juni zum Start nach Saarbrücken gelangt.

In Anlehnung an die saarländische Bergbautradition wird die „Flamme der Hoffnung“ im Saarland in einer Grubenlampe transportiert – mal zu Fuß, mit dem Rad, dem Boot und auch durch die Luft. Sie wird von einem Tandem getragen, das aus einem Menschen mit und einem Menschen ohne Behinderung besteht.

Janine: Schwimmerin, Hotelangestellte und Sängerin

Janine hat bereits an zahlreichen Landes- und Nationalen Spielen der Special Olympics teilgenommen, unter anderem in Kiel, Hamburg, Berlin, Dresden, Münster, Hannover, Düsseldorf und Mainz. „Es macht immer richtig Spaß“, sagt sie strahlend. Bei allem, was sie tut, ist sie mit Leib und Seele dabei.

In Neuerburg in der Eifel arbeitet sie in einem integrativen Hotel im Housekeeping. „Ich mache Zimmer sauber.“ Ja, sie gehe gern arbeiten. Und was macht sie sonst noch gern? Sie ist Sängerin beim „Isleker Musikanten-Express“ – einer Blasmusikgruppe. Als einziger Mensch mit Behinderung tritt sie bei Auftritten auf. Sie kann die Lieder auswendig singen. „Wir sind so stolz auf Janine“, sagt ihre Mutter Elsa.

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