Biathlon-Bundestrainer Reiter sieht steinigen Weg zurück an die Weltspitze
Reiter: Steiniger Weg zurück an die Biathlon-Weltspitze

Reiter erwartet "steinigen" Weg zurück an die Weltspitze

Der deutsche Männer-Bundestrainer Tobias Reiter hat nach der abgelaufenen Biathlon-Saison eine ernüchternde Bilanz gezogen, zeigt sich jedoch zuversichtlich für die kommenden Jahre. In einem ausführlichen Interview zog der 40-Jährige eine kritische Zwischenbilanz seiner ersten kompletten Saison als Chefcoach der deutschen Skijäger.

Selbstvertrauen als größte Baustelle

Reiter identifizierte den fehlenden Glauben an die eigene Stärke als zentrales Problem des deutschen Biathlon-Teams. "Ich war überrascht, wie schlecht das Selbstvertrauen war", gestand der Trainer im Podcast "Extrarunde". Bei seinem Amtsantritt im März 2025 habe "absolut kein Selbstvertrauen dagewesen". Die Athleten hätten sich vor Wettkämpfen zunehmend verunsichert gezeigt, was sich negativ auf die Trainingsqualität ausgewirkt habe.

Der Bundestrainer kritisierte insbesondere die mentale Einstellung seiner Schützlinge: "Die deutschen Skijäger haben nur noch erzählt, wie toll die Norweger und Franzosen alles gemacht haben". Dabei hätten sie verlernt, die eigenen Stärken und das gute deutsche System wertzuschätzen. Reiter zitierte einen prägnanten Spruch: "Gewinner schauen auf Gewinner und Verlierer schauen nur auf die Gewinner".

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Kein Selbstläufer, aber machbar

Reiter betonte, dass Deutschland aktuell "nicht den einen Topathleten hat, der vorne alles abräumt". Stattdessen müsse das Team über seine Gesamtstärke zurückfinden. "Wenn wir an einem Tag den Sportler X vorne haben und an einem anderen den Sportler Y, dann schaffen wir das auch", zeigte sich der Coach überzeugt.

Gleichzeitig machte er deutlich: "Die Rückkehr an die Weltspitze wird kein Selbstläufer". Vor dem deutschen Team liege noch ein Weg, der "steinig" sein werde und "knüppelharte Arbeit" erfordere. Dennoch sei er weit davon entfernt zu behaupten, dass der Biathlon-Sport in Deutschland dem Untergang geweiht sei.

Personelle Kontinuität und Veränderungen

Reiter wird in der kommenden Saison gemeinsam mit seinem Co-Trainer Jens Filbrich weiterarbeiten und damit Kontinuität in der Betreuung der Männer-Mannschaft gewährleisten. Bei den Frauen hingegen stehen personelle Veränderungen an: Die Österreicherin Sandra Flunger übernimmt zusammen mit Assistent Denny Andritzke die Nachfolge des bisherigen Trainer-Duos Kristian Mehringer und Sverre Olsbu Röiseland.

Der Bundestrainer appellierte abschließend an seine Athleten: "Wir müssen es schaffen, dass wir mehr auf uns schauen, auf uns vertrauen und unseren Weg mit Überzeugung gehen". Nur durch diese mentale Stärke könne der steinige Weg zurück an die Weltspitze erfolgreich beschritten werden.

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