Felix Neureuther offenbart tiefe emotionale Erfahrung
Felix Neureuther, der ehemalige Skirennfahrer, der normalerweise für seine positive Lebenseinstellung bekannt ist, hat in einem bewegenden Podcast-Gespräch über eine prägende Erfahrung gesprochen, die seinen Blick auf das Leben nachhaltig verändert hat. Der 41-Jährige, der sich selbst als Optimist beschreibt, gestand, dass es Momente gibt, in denen selbst er an seine emotionalen Grenzen stößt.
Besondere Begegnung mit schwerem Schicksal
Im Gespräch mit seinem Podcast-Kollegen Philipp Nagel in der Sendung „Pizza & Pommes“ wurde Neureuther ungewöhnlich persönlich und reflektiert. „Ich relativiere sehr viel“, erklärte der Ex-Sportler. „Wenn es mir mal nicht gut geht, dann denke ich mir: Was habe ich für einen Grund zu jammern?“ Diese Einstellung habe sich besonders durch eine bestimmte Begegnung gefestigt.
2017 lernte Neureuther den damals 16-jährigen Nikolai Sommer kennen, einen Nachwuchssportler, der nach einem schweren Ski-Unfall mit der Diagnose Querschnittslähmung im Krankenhaus lag. Aus dieser Begegnung entwickelte sich eine Freundschaft, die bis heute andauert – die beiden traten 2025 sogar gemeinsam auf der Sternstunden-Gala des Bayerischen Rundfunks auf.
Die prägende Trauerfeier für einen 17-Jährigen
Doch es war ein weiteres Ereignis, das Neureuther besonders nachdenklich stimmte. „Er ruft mich an und sagt: ‚Felix, einer meiner besten Freunde ist ums Leben gekommen mit 17 Jahren‘“, erinnerte sich der Ex-Skirennfahrer an einen Anruf von Sommer. Neureuther wurde gebeten, die Trauerfeier zu besuchen – eine Erfahrung, die ihn zutiefst berührte.
„Dann sitzt du da in der Kirche mit einem Kreuzbandriss, daneben dein Spezl im Rollstuhl und da vorne wird ein 17-jähriger Junge gerade...“ An dieser Stelle brach Neureuthers Stimme. In diesem Moment habe er sich gedacht: „Was ist mein Kreuzband eigentlich? Das ist ja gar nichts, das kann heilen. Andere Dinge im Leben können nicht heilen.“
Lektion in Dankbarkeit und Perspektive
Dieses Erlebnis habe Neureuther gelehrt, schwierige Situationen anders zu betrachten. „Ich glaube, dass du dankbar für die Zeit sein musst, die du mit dem Menschen verbringen durftest“, erklärte er. „Ich bin einer, der schnell relativiert und das hilft mir sehr in der Bewältigung von solchen Momenten.“
Sein Credo „Ich versuche immer, im Negativen auch das Positive zu sehen“ gewann durch diese Erfahrung eine neue Tiefe. Die Trauerfeier habe ihm gezeigt, wie wichtig es ist, die schönen Seiten des Lebens zu schätzen, selbst wenn nicht alles perfekt läuft.
Beeindruckte Reaktionen der Podcast-Gäste
Podcast-Kollege Philipp Nagel zeigte sich von Neureuthers Offenheit beeindruckt: „Wir haben gesagt, das wird eine deepe Folge – das war sehr krass.“ Auch Extremsportlerin und Podcast-Gast Gela Allmann reagierte positiv: „Das ist richtig gut, was du sagst. Der Blick nach unten macht demütig und am Ende auch wieder glücklicher und wertschätzender.“
Neureuthers Bereitschaft, über solche persönlichen und emotionalen Themen zu sprechen, zeigt eine Seite des ehemaligen Spitzensportlers, die öffentlich weniger bekannt ist – eine reflektierte Persönlichkeit, die aus schwierigen Erfahrungen Lebensweisheiten zieht.



