Historische Tiefphase im Biathlon: Deutsche Equipe beendet Saison erstmals ohne Sieg
Deutsche Biathleten: Erstmals eine ganze Saison ohne Sieg

Deutsche Biathlon-Ära endet mit historischer Sieglosigkeit

Die deutsche Biathlon-Gemeinschaft blickt auf eine Saison zurück, die in die Geschichtsbücher eingehen wird – allerdings aus den falschen Gründen. Zum ersten Mal seit dem gemeinsamen Weltcup-Auftritt von Männern und Frauen in der Saison 1987/1988 konnte kein deutscher Athlet und keine deutsche Athletin einen Sieg erringen. Diese historische Nullnummer markiert einen deutlichen Tiefpunkt für die einst so dominante Nation im Biathlonsport.

Enttäuschende Bilanz mit minimalen Lichtblicken

Über den gesamten Winter hinweg sammelte das deutsche Team in 69 Weltcup-Rennen lediglich neun Podestplätze. Die beste Einzelleistung erzielte dabei Philipp Nawrath mit zwei zweiten Plätzen. Der 33-jährige Nesselwanger zeigte im finalen Massenstart von Oslo noch einmal Kampfgeist und verfehlte den Sieg gegen den Norweger Johan-Olav Botn um nur 3,7 Sekunden. „Das war eine Genugtuung. So perfekt am Schießstand durchzukommen, war genial und gibt mir ein gutes Gefühl“, kommentierte Nawrath seine Leistung im ZDF.

Ähnlich enttäuschend verlief die Saison für Janina Hettich-Walz, die im selben Rennen lange auf Podestkurs lag, dann aber durch zwei Fehler im letzten Schießen auf Platz zehn zurückfiel. Solche späten Patzer wurden zum wiederkehrenden Problem für die deutsche Equipe. Sportdirektor Felix Bitterling räumte selbstkritisch ein: „Wir müssen uns ankreiden, dass wir es dieses Jahr nicht so hingekriegt haben, wie wir uns das vorgenommen hatten.“

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Olympische Spiele als weiterer Dämpfer

Das Saison-Highlight, die Olympischen Winterspiele in Italien, brachte lediglich eine Bronzemedaille für die Mixedstaffel. Nie zuvor schnitt die deutsche Biathlon-Auswahl bei Olympischen Spielen so schwach ab. Besonders schmerzlich ist dabei das Fehlen von Franziska Preuß, die nach den Spielen ihre Karriere beendete. Die ehemalige Weltmeisterin und Gesamtweltcupsiegerin hinterlässt eine kaum zu füllende Lücke. „Ich habe daheim gemerkt, dass die Freude am Sport zurück ist, das habe ich diesen Winter echt verloren“, reflektierte Preuß über ihren Rücktritt.

Strukturelle Veränderungen und personelle Weichenstellungen

Während die französische und norwegische Konkurrenz die deutsche Equipe klar abgehängt hat, stehen im Deutschen Skiverband umfangreiche Veränderungen an. Sportdirektor Felix Bitterling wechselt zurück zum Weltverband IBU, sein Nachfolger wird ab 1. Mai Bernd Eisenbichler. Der 50-Jährige kehrt nach einer Zwischenstation bei einem Sportartikelhersteller zurück und steht vor der schwierigen Aufgabe, den deutschen Biathlon aus der Krise zu führen.

Weitere personelle Konsequenzen betreffen das Trainerteam: Kristian Mehringer und Sverre Olsbu Röiseland werden die Verantwortung für das Frauenteam abgeben. Während Mehringer eine neue Position im Verband übernimmt, kehrt Röiseland nach Norwegen zurück. Ihre Nachfolge ist derzeit noch ungeklärt.

Die Sommerpause wird nun intensiv genutzt, um die Gründe für diese historisch schwache Saison zu analysieren und Wege aus der sportlichen Krise zu finden. Die einst so erfolgsverwöhnte deutsche Biathlon-Nation steht vor ihrer größten Herausforderung seit Jahrzehnten.

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