Nur noch zwei Siege bis zum großen Traum, zum großen Triumph, dem größten Erlebnis seiner Karriere! Alexander Zverev (29) ist auf dem besten Weg, zum ersten Mal einen Grand-Slam-Titel zu gewinnen. Der Traum, den er seit seiner Kindheit in sich trägt, ist zum Greifen nah. Bei den French Open in Paris steht der Hamburger nach einem 7:6, 6:1, 6:3-Erfolg gegen das spanische Supertalent Rafael Jodar (19) im Halbfinale. Zum siebten Mal in diesem Jahr steht er unter den besten Vier bei einem Turnier – so oft wie kein anderer Profi.
Oma Natalia als Glücksbringer
Ein besonderer Glücksbringer sitzt auf der Tribüne: Oma Natalia, die Mutter seiner Mama Irina (59). Sie ist bei den Spielen in seiner Box und gilt als neuer Talisman. Familie ist Zverev enorm wichtig. Die Geschicke seiner Karriere hat er in die Hände seiner Familie gelegt, sei es der Vater als Trainer oder der Bruder als Manager. Noch zweimal bis Sonntag die Siegerfaust zu machen, würde bedeuten, dass Alexander Zverev seinen ersten Grand-Slam-Titel gewonnen hätte.
Wetterkapriolen in Paris
Dass es nicht „dem Sascha sein Wetter“ sein würde, verriet bereits die Wettervorhersage der vergangenen Tage. Kühl ist es, nur 18 Grad. „Ich mag Hitze. 18 Grad und Regen gehen gar nicht“, sagte er schon vor dem Turnier. Nun hat er beides. Das Dach des Court Philippe Chatrier ist geschlossen, doch die Architekten konzipierten es aus unerfindlichen Gründen so, dass es an den Längsseiten offen ist. Es dauerte nicht lange, und der Regen prasselte unaufhörlich auf die oberen Reihen herab. In dieser Phase verlor Zverev kurzzeitig die Kontrolle, als Jodar ein Break gelang. Doch der Regen war schnell vorbei, die Schirme wurden zugemacht, und der Favorit ließ die leistungsmäßige Delle hinter sich. Gegen den starken Madrilenen, der ein Real-Fan ist, reichte es vorerst nur zum Tiebreak. Diesen holte sich Zverev und legte damit den Grundstein für seinen fünften Halbfinaleinzug bei den French Open in den vergangenen sechs Jahren. Nur vor zwölf Monaten war im Viertelfinale gegen Novak Djokovic (39) Schluss.
Dominanz nach dem ersten Satz
Der Widerstand Jodars war damit früh gebrochen. Mit 6:1 fertigte die Nummer 3 der Welt die Nummer 29 im zweiten Durchgang ab und zeigte der nächsten Hoffnung des spanischen Tennis ihre Grenzen auf. Wenig humorvoll präsentierte sich Zverev auch im dritten Satz. Ein frühes Break, dann servierte er souverän aus und verwandelte nach 2 Stunden und 25 Minuten seinen ersten Matchball. Der Gegner fürs Halbfinale wird am Abend zwischen Jakub Mensik (20/Tschechien) und Joao Fonseca (19/Brasilien) ermittelt.



