Die French Open haben die nächste große Überraschung erlebt: Titelfavoritin Aryna Sabalenka ist sensationell ausgeschieden. Die Nummer eins der Welt unterlag der Russin Diana Schnaider nach einem spektakulären Leistungseinbruch mit 6:3, 5:7, 0:6. Für die viermalige Major-Siegerin geht das Warten auf den ersten Triumph in Paris damit weiter.
Sabalenka dominiert zunächst, bricht dann ein
Sabalenka, die im Vorjahr das Finale gegen Coco Gauff verloren hatte, startete stark und führte im ersten Satz schnell 5:1. Bei windigen Bedingungen auf dem Court Philippe-Chatrier, wo immer wieder Sand aufgewirbelt wurde, schlichen sich jedoch zunehmend Fehler in ihr Spiel ein. Dennoch sicherte sie sich den ersten Durchgang mit 6:3. Im zweiten Satz haderte Sabalenka immer häufiger, die Selbstverständlichkeit war weg, und Schnaider drehte auf. Die Russin erzwang den Entscheidungssatz, in dem Sabalenka völlig von der Rolle war und sichtbar am Rande der Verzweiflung stand. Schnaider gewann schließlich nach 2:12 Stunden Spielzeit.
Sabalenka: „Keine Gedanken, keine Gefühle“
„Keine Gedanken, keine Gefühle. Ich möchte am liebsten sofort mit dem Tennis aufhören“, sagte Sabalenka tief enttäuscht. „Aber wir werden in ein paar Tagen sehen. Hoffentlich finde ich mental wieder zurück in die Spur.“ Neben ihrem 400. Sieg auf Tourlevel verpasste die Belarussin auch ihr siebtes Halbfinale in Serie bei einem Grand Slam.
Schnaider: „Ein sehr besonderer Sieg“
„Ich bin sprachlos, sehr glücklich. Ich war sehr nervös“, sagte Schnaider nach dem Match. „Es ist ein sehr besonderer Sieg.“ Die von Sascha Bajin trainierte Russin zog damit erstmals in ein Grand-Slam-Halbfinale ein. Dort trifft sie am Donnerstag auf die polnische Qualifikantin Maja Chwalinska.
Chwalinska setzt Sensationslauf fort
Chwalinska hatte zuvor ihren sensationellen Lauf durch einen 7:6 (7:3), 6:3-Viertelfinalerfolg gegen die Russin Anna Kalinskaja fortgesetzt. Die 24-Jährige stellte damit das beste Ergebnis einer Qualifikantin seit Beginn des Profitennis 1968 ein. Zuletzt hatte die Argentinierin Nadia Podoroska dieses Kunststück im Jahr 2020 geschafft. „Ehrlich gesagt weiß ich nicht, was gerade passiert“, sagte Chwalinska ungläubig. „Jedes einzelne Spiel hier ist irgendwie verrückt für mich. Ich bin sehr dankbar.“



