Skisprung-Mixed: Deutsche knapp an Bronze vorbei – Bier gegen Frust nach Olympia-Enttäuschung
Skisprung-Mixed: Deutsche knapp an Bronze vorbei

Skisprung-Mixed: Deutsche knapp an Bronze vorbei – Bier gegen Frust nach Olympia-Enttäuschung

Das deutsche Skisprung-Team hat im Mixed-Wettbewerb bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Predazzo eine Medaille hauchdünn verpasst. Nur 1,2 Punkte fehlten dem Quartett um Olympiasieger Philipp Raimund zum dritten Platz. Nach dem Sensations-Gold vom Vortag reichte es diesmal lediglich zu Rang vier.

Raimund kämpft mit Nachwehen nach Gold-Coup

Philipp Raimund gestand nach dem Wettkampf, dass er mit den Nachwirkungen seines unerwarteten Olympiasiegs zu kämpfen hatte. „Meine Nacht war sehr bescheiden. Mein Kopf hat keine Ruhe gegeben. Mein Körper hat angefangen, nur noch weh zu tun“, erklärte der 25-Jährige. „Aber für Gold tausche ich das gerne ein. Heute gab es aber einen Dämpfer.“ Gegen den Frust wollte Raimund auf jeden Fall das eine oder andere Bier trinken, um seine Nachwehen wegzuspülen.

Slowenien dominiert, Japan sichert sich Bronze

Gold sicherte sich im italienischen Predazzo Slowenien mit den Geschwistern Domen und Nika Prevc überlegen vor Norwegen und Japan. Das deutsche Team mit Raimund, Selina Freitag, Agnes Reisch und Felix Hoffmann lag nach acht Sprüngen lediglich 1,2 Punkte hinter den Bronzemedaillengewinnern. „Es war ein Katzensprung“, ärgerte sich Raimund über die knappe Niederlage.

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Männer-Bundestrainer Stefan Horngacher analysierte im ZDF: „Bei uns ist leider nicht alles gelungen heute. Bei Philipp war der Tag lang“, verwies er auf Raimunds emotionalen Triumph am Abend zuvor.

Deutsche Springer verpassen den entscheidenden Sprung

Bereits nach dem ersten Durchgang waren die Aussichten auf ein zweites Skisprung-Gold für Deutschland nur noch gering. Während Reisch, Hoffmann und Raimund ordentliche Sprünge zeigten, gelang Selina Freitag trotz Platz sieben im Einzel kein optimaler Versuch auf der kleinen Schanze.

„Ich habe im ersten einfach ein bisschen was liegen gelassen, was natürlich weh getan hat“, sagte Freitag. Felix Hoffmann fügte hinzu: „Dass es am Ende noch so knapp geworden ist, macht es vielleicht noch bitterer.“

Slowenische Geschwister dominieren den Wettbewerb

Die slowenischen Geschwister Prevc, die in den Einzelwettbewerben noch Schwierigkeiten hatten, waren im Mixed-Team nicht zu bezwingen. Gemeinsam mit Anze Lanisek und Nika Vodan sicherten sie sich überlegen den Olympiasieg. Nika Prevc konnte sich damit über Gold freuen, nachdem sie im Einzel nur Silber gewonnen hatte.

Norwegen mit Lindvik auf dem Podest

Besonders bitter für das deutsche Team: Ausgerechnet Norwegen mit Marius Lindvik sicherte sich die Silbermedaille. Vor rund einem Jahr war es bei der WM zu einem Skandal gekommen, als Lindvik und Johann André Forfang wegen manipulierter Anzüge disqualifiziert worden waren. Raimund hatte erst am Vortag erzählt, dass seine Freundschaft mit Lindvik im Zuge dieser Ereignisse zerbrochen sei.

Nächste Chance auf der Großschanze

Auf der Großschanze geht es für die deutschen Skispringer erst am 14. Februar weiter. Bundestrainer Horngacher sieht weitere Medaillenchancen für Olympiasieger Raimund: „Da ist er auch schon Dritter gewesen im Sommer. Die kann er auch.“ Raimund selbst blickt entspannt in die Zukunft: „Ich habe aber die Medaille schon im Sack. Da kann ich entspannter rangehen.“

Für das deutsche Team bleibt die Erkenntnis, dass im Mixed-Wettbewerb trotz starker Einzelleistungen der entscheidende Sprung zur Medaille fehlte. Die Enttäuschung über den knappen vierten Platz wird jedoch durch die Vorfreude auf die weiteren Wettkämpfe gedämpft.

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