Von Olympia-Gold zu Platz neun: Philipp Raimund enttäuscht auf der Großschanze
Raimund: Von Gold zu Platz neun - Frust nach Großschanzen-Wettkampf

Von Olympia-Gold zu Platz neun: Philipp Raimund enttäuscht auf der Großschanze

Nach seinem triumphalen Olympiasieg auf der Normalschanze erlebte Philipp Raimund auf der Großschanze eine deutliche Ernüchterung. Der deutsche Skispringer landete beim Einzelwettbewerb in Predazzo nur auf dem neunten Platz und hatte mit dem Kampf um Edelmetall nichts zu tun. „Logischerweise bin ich jetzt gerade leicht gefrustet“, gab der 25-Jährige nach dem Wettkampf offen zu.

Ärger mit slowenischen Fans

Die sportliche Enttäuschung wurde für Raimund durch unangenehme Zwischenfälle mit slowenischen Fans verstärkt. „Das fand ich ein bisschen unangebracht“, kritisierte der Olympiasieger. „Komplett unnötig.“ Raimund betonte jedoch, dass er mit dem slowenischen Sieger Domen Prevc selbst keinerlei Probleme habe. „Ich glaube, die Fans nehmen sich manchmal zu viele Rechte raus“, sagte er und verwies dabei auch auf die jüngsten Anfeindungen gegen die polnische Springerin Pola Beltowska in sozialen Netzwerken.

Dominanz von Domen Prevc

Der Wettkampf auf der Großschanze wurde eindeutig von Domen Prevc dominiert, der seine unglaubliche Saison mit einem weiteren Olympiasieg krönte. „Domen ist der Mann, der den ganzen Winter dominiert hat und ich glaube, dass er sich heute mit der perfekten Saison gekrönt hat“, sagte Andreas Wellinger, der als zweitbester Deutscher auf Platz 15 landete.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Prevcs Erfolgsbilanz ist beeindruckend:

  • Gewinn der Vierschanzentournee
  • Skiflug-Weltmeister
  • Zweifacher Olympiasieger (Mixed-Team und Einzel)
  • Zukünftiger Gesamtweltcup-Sieger

Raimunds enttäuschende Leistung

Philipp Raimund sprang in Predazzo 131 und 136 Meter weit, was für eine Medaille bei weitem nicht ausreichte. Dem gebürtigen Göppinger fehlten am Ende umgerechnet fast acht Meter auf die Podestplätze. Diese Leistung überraschte umso mehr, als sich Raimund in dieser Saison zum deutschen Vorzeigespringer entwickelt hatte.

Seine bisherige Saisonbilanz:

  1. Sechster im Gesamtweltcup
  2. Fünf Podestplätze (einmal Zweiter, viermal Dritter)
  3. Olympiasieger auf der Normalschanze

Volles Stadion trotz schlechten Wetters

Das Großschanzen-Einzel entwickelte sich trotz Nieselregens zum Publikumsmagneten. Das Sprungstadion in Predazzo war so voll wie noch nie bei diesen Winterspielen. Zahlreiche Fans ohne Eintrittskarten versammelten sich auf einem Hügel außerhalb der Anlage, um das Spektakel von dort aus zu verfolgen.

Weitere Höhepunkte und Enttäuschungen

Während Prevc triumphierte, mussten andere Favoriten schmerzhafte Niederlagen hinnehmen. Der Österreicher Daniel Tschofenig, Vorjahressieger der Vierschanzentournee, wurde wegen eines nicht zulässigen Schuhs disqualifiziert. Sein Landsmann Anze Lanisek landete nur auf Rang 30.

Für das deutsche Team verlief der Wettkampf insgesamt enttäuschend:

  • Philipp Raimund: Platz 9
  • Andreas Wellinger: Platz 15
  • Pius Paschke: Platz 24
  • Felix Hoffmann: Platz 25

Nächste Chance auf Edelmetall

Für Philipp Raimund bleibt die Hoffnung auf eine weitere Medaille bei diesen Olympischen Winterspielen. Am Montag steht die Entscheidung im Super Team an, wo der deutsche Springer seine nächste Chance auf Edelmetall hat. Raimund, der mit dem Mixed-Team bereits Vierter wurde, wird versuchen, die Enttäuschung von der Großschanze hinter sich zu lassen und noch einmal alles zu geben.

Ob der Trubel um seinen Olympiasieg auf der Normalschanze seine Leistung auf der Großschanze beeinflusst hat, kann nur Raimund selbst beurteilen. „Ich habe ein gutes Gefühl. Ich habe genau das Gefühl, dass ich spüren will“, hatte er noch am Freitagabend vor dem Wettkampf optimistisch erklärt. Doch im Probedurchgang und im eigentlichen Wettkampf lief dann nichts wie gewünscht.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration