Nach Olympia-Gold auf Normalschanze: Philipp Raimund verpasst auf Großschanze die Medaillen
Raimund verpasst nach Olympia-Gold auf Großschanze Medaillen

Von Gold zu Enttäuschung: Raimunds Medaillentraum auf der Großschanze platzt

Nach seinem triumphalen Olympiasieg auf der Normalschanze konnte Philipp Raimund auf der Großschanze nicht an diese Leistung anknüpfen. Der deutsche Vorzeigespringer belegte im olympischen Einzelwettbewerb in Predazzo lediglich den neunten Platz und verpasste damit klar die erhoffte Medaille. Als bester Deutscher im Feld war dies eine herbe Enttäuschung für den 25-Jährigen vom SC Oberstdorf.

Topfavorit Prevc triumphiert unter slowenischem Jubel

Den Olympiasieg sicherte sich der slowenische Topfavorit Domen Prevc, der unter dem begeisterten Jubel zahlreicher slowenischer Fans Gold gewann. Silber ging an den Japaner Ren Nikaido, der nach dem ersten Durchgang noch in Führung gelegen hatte. Die Bronzemedaille holte sich der Pole Kacper Tomasiak. Raimunds Sprünge von 131 und 136 Metern reichten bei weitem nicht aus, um in den Medaillenkampf einzugreifen – am Ende fehlten dem gebürtigen Göppinger umgerechnet fast acht Meter.

Training gab Hoffnung, Wettkampf enttäuschte

Besonders bitter: Noch am Freitagabend hatte sich Raimund nach dem Training optimistisch gezeigt. „Ich habe ein gutes Gefühl. Ich habe genau das Gefühl, dass ich spüren will“, sagte der eloquente Sportler. „Ich bin guter Dinge.“ Doch schon im Probedurchgang am Samstag lief nichts nach Plan, und diese Probleme setzten sich im eigentlichen Wettkampf fort.

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Das Großschanzen-Einzel galt als absolutes Highlight der Winterspiele. Trotz anhaltenden Nieselregens war das Sprungstadion in Predazzo so voll wie noch nie bei diesen Olympischen Spielen. Zahlreiche Fans suchten mit Schildern nach Eintrittskarten, und einige Sprungbegeisterte ohne Tickets versammelten sich sogar auf einem Hügel außerhalb der Anlage, um von dort das Spektakel zu verfolgen.

Spektakuläre Flüge und schmerzhafte Niederlagen

Die Zuschauer erlebten einen Wettkampf mit atemberaubenden Flügen, dem triumphalen Sieg Prevcs, aber auch mit schmerzhaften Enttäuschungen. Der Slowene Anze Lanisek wurde nur 30., der im Weltcup zweitplatzierte Japaner Ryoyu Kobayashi landete auf Rang sechs. Besonders dramatisch: Der Österreicher Daniel Tschofenig, Sieger der Vierschanzentournee im vergangenen Jahr, wurde wegen eines nicht regelkonformen Schuhs disqualifiziert.

Dass Raimund in diesem Wettbewerb nur eine Nebenrolle spielte, ist überraschend. Der extrovertierte Sportler hat sich in dieser Saison zum deutschen Topspringer entwickelt und liegt als Sechster im Gesamtweltcup an der Spitze des deutschen Teams von Bundestrainer Stefan Horngacher. Fünfmal stand er in dieser Saison bereits auf dem Podest – einmal als Zweiter, viermal als Dritter. Ohne je einen Weltcup gewonnen zu haben, krönte er sich auf der Normalschanze zum Olympiasieger.

Trubel nach Goldsieg möglicherweise belastend

Nach seinem Olympiasieg genoss Raimund den Empfang im Teamhotel, feierte ausgiebig und gönnte sich anschließend Ruhe. Die zahlreichen Termine und Verpflichtungen, die ein solcher Triumph mit sich bringt, schien er zunächst gut zu verkraften. Ob der ganze Trubel sich letztlich negativ auf seine Leistung auf der Großschanze auswirkte, weiß jedoch nur der Athlet selbst.

Weitere Medaillenchance im Super Team

Raimund, der mit dem Mixed-Team bereits Vierter wurde, hat an diesem Montag noch eine weitere Chance auf Edelmetall. Dann steht die Entscheidung im Super Team an. Die weiteren deutschen Springer enttäuschten ebenfalls: Andreas Wellinger belegte als zweitbester Deutscher nur Platz 15, Pius Paschke wurde 24. und Felix Hoffmann landete auf Rang 25.

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