Emotionale Stunden vor dem Wettkampf: Kindl wird per Video-Call zum Vater
Der österreichische Rodel-Ass Wolfgang Kindl hat bei den Olympischen Spielen in Cortina außergewöhnliche emotionale Momente erlebt. Während er sich auf seinen nächsten Wettkampf vorbereitete, wurde er per Video-Call live Zeuge der Geburt seines zweiten Kindes. Diese besondere Situation beschrieb der 37-jährige Weltmeister von 2017 anschaulich: "Ich bin wie auf Nadeln gesessen", verriet er im Interview mit der Kleinen Zeitung.
Geburt per WhatsApp: Moderne Technologie ermöglicht besonderen Moment
Am Montag kam Kindls Kind zur Welt, während sich der Rodler bereits im olympischen Wettkampfmodus befand. Die Geburt verfolgte er live über einen WhatsApp-Video-Call, was er als "unglaublich" und "sehr schön und emotional" beschrieb. "Auf diese Art live dabei zu sein, ist doch nicht alltäglich", betonte der Sportler, der kurz zuvor im Einsitzer-Wettbewerb den achten Platz belegt hatte.
Obwohl er kurz überlegte, nach Innsbruck zu seiner Frau zu fahren, entschied sich Kindl dafür, bei den Olympischen Spielen zu bleiben. "Das wäre sich nicht mehr ausgegangen", erklärte er pragmatisch. Stattdessen hielt er engen Kontakt zu seiner Frau Eli, die ihm versicherte, dass sie ihren "24-Stunden-Job" als frischgebackene Mutter meistere, während er seinen "Job in Cortina zu erledigen" habe.
Konzentration trotz emotionaler Ausnahmesituation
Trotz der aufwühlenden Ereignisse zeigt sich Kindl fokussiert auf seine sportlichen Aufgaben. Am Mittwoch um 17.51 Uhr tritt er gemeinsam mit Thomas Steu im Doppelsitzer an. Die letzten Nächte seien zwar "definitiv mit weniger Schlaf verbunden" gewesen, aber nicht wegen ausgiebiger Feiern nach dem Erfolg von Teamkollege Jonas Müller, wie Kindl schmunzelnd anmerkte.
Der Rodler betonte seine professionelle Einstellung: "Es sind die Olympischen Spiele, ich bin froh, dass es losgeht mit Thomas. Der Fokus ist da, ich fühle mich wohl und es macht Spaß." Gleichzeitig ist er erleichtert, dass "beide gesund und wohlauf" sind und seine Familie "in besten Händen" sei.
Diese außergewöhnliche Verbindung von privatem Glück und sportlichem Höhepunkt unterstreicht, wie moderne Kommunikationstechnologien Athleten auch in intensiven Wettkampfphasen ermöglichen, an wichtigen Lebensereignissen teilzuhaben. Kindls Geschichte zeigt eindrucksvoll, wie emotionale und sportliche Herausforderungen bei Olympia parallel bewältigt werden können.



