Alexander Zverev hat bei den French Open bislang eine starke Leistung gezeigt und steht nach einem souveränen Viertelfinalsieg gegen den 19-jährigen Spanier Rafael Jódar im Halbfinale. Der deutsche Tennisstar meisterte den Titeldruck bislang ohne Anzeichen von Nervosität. Doch Tennislegende Boris Becker glaubt, dass sich dies nun ändern könnte.
Olympiagold gegen Grand-Slam-Triumph? Zverev klar
Auf die Frage, ob er seinen Olympiasieg gegen einen Grand-Slam-Titel eintauschen würde, antwortete Zverev ohne Zögern: „Keine Chance.“ Er fügte lächelnd hinzu: „Ich hätte nichts dagegen, auch noch ein paar Dinge meiner Liste hinzuzufügen.“ Zu seinen großen Zielen zählen die Nummer eins der Weltrangliste und ein Grand-Slam-Turniersieg. Letzteres ist nun in Paris greifbar nah.
Nächster Jungstar als Stolperstein
Im Halbfinale trifft Zverev auf den 20-jährigen Tschechen Jakub Mensik, der wie Jódar zur neuen Generation gehört. Zverev zeigte sich unbeeindruckt: „Die spielen sehr gutes Tennis, haben unfassbares Potenzial, aber mit Alter und Erfahrung bekommt man automatisch mehr Waffen.“ Eine dieser Waffen sei der Fokus. Zverev betont mantraartig: „Ich muss mir selbst und meinem Spiel vertrauen.“
Beckers Warnung vor dem Kopfkino
Boris Becker sieht jedoch eine Gefahr: „Das Kopfkino geht natürlich jetzt los“, sagte der dreimalige Wimbledonsieger. „Ich glaube, der Kopf fängt langsam an nachzudenken, was da passieren könnte.“ Bislang zeigte Zverev jedoch keinerlei Nervenflattern, auch dank seines Teams, das ihn nach dem Viertelfinalsieg mit Lockerheit unterstützte. In Paris wird er zudem von seiner Oma und Dackel Mishka begleitet.
Zverevs starke Bilanz auf Grand-Slam-Bühne
In diesem Jahrzehnt haben nur Jannik Sinner (93 Siege) und Novak Djokovic (124) mehr Grand-Slam-Matches gewonnen als Zverev (91). Beide sind in Paris früh ausgeschieden, was Zverevs Chancen auf den Titel erhöht, aber auch den Druck verstärkt.
Der Olympiasieg bleibt unvergessen
Selbst wenn Zverev in Paris scheitern sollte – der Olympiasieg von 2021 bleibt ihm für immer. „Es ist deswegen so besonders, weil es so wenig Leute geschafft haben“, sagte Zverev. „Ich denke, du tust es für dein Land, für die Leute zu Hause. Deshalb würde ich niemals meine Goldmedaille für irgendwas eintauschen.“



